Dienstag, 28. September 2010

Köter

Ich muss noch ein paar Worte über die Hunde verlieren...

Da ich nach Möglichkeit immer Nebenstrecken fahre, komme ich auch immer wieder an einsamen Gehöften vorbei, die von Hunden 'bewacht' werden.

Sobald sie mich hören, kläffen sie sich die Seele aus dem Leib: in Ländern wie Spanien, wo kaum ein Mensch Rad fährt, ist das Geräusch eines Fahrrads etwas Besonderes. Kaum komme ich an einem Zaun vorbei, saust der Köter auf mich zu und verfolgt mich dann laut kläffend neben mir am Zaun entlang, bis dieser aufhört - wenn da ein Zaun ist.. Einmal hatte ich in diesem Urlaub keinen Zaun dawischen...

Ich bin an einem Gehöft vorbeigekommen, und in dem Moment, wo sie mich sehen, nehmen zwei Hunde mittlerer Größe laut kläffend volle Fahrt auf mich auf.

Ich erst kurz überlegt, ob stehenbleiben oder lieber abhauen soll - ich habe mich zur Flucht entschieden...

Ich also voll in die Pedale, die beiden Köter mittlerweile auf der Straße hinter mir, vielleicht noch zwei Meter entfernt - ich so schnell ich kann - irgendwann bin ich dann langsam schneller als sie und sie geben irgendwann auf...

Antequera

Das ist mal wieder ne sehr hübsche Kleinstadt! Sehr gepflegt, nette Cafés, schöne Straßen, hübsche Häuser - hier lässt es sich aushalten.

Irgendwie komisch: jetzt hab ich nur noch eine Tour auf dem Fahrrad vor mir - dann bin ich am Ziel. Mir ist gar nicht danach. Das Radfahren hat so viel Spaß gemacht - irgendwie könnt ich jetzt auch noch weiterfahren.

Im Vorfeld haben mich einige Leute gefragt, ob einem da nicht irgendwann der Hintern weh tut?

Also: das Schlimmste sind die ersten drei Tage: dann ist man noch nicht 'eingeölt', ist noch an den Bürostuhl anstatt den Sattel gewöhnt.

Doch spätestens ab dem vierten Tag ist das vorbei und man freut sich auf jeden Morgen, an dem es wieder weitergeht und an dem viele neue Eindrücke auf einem warten.

Jetzt, nach 21 Tagen auf dem Rad, habe ich das Gefühl, ich könnte auch nach Kapstadt weiterfahren! - Ich fühle mich pudelwohl, durchtrainiert, habe viele neue Eindrücke gewonnen und bin glücklich und zufrieden.

Vielleicht ist es ganz bewusst so, dass ich gerade heute und hier dieses kleine Resumee ziehe: Morgen bin ich in der Touristenhochburg Torremolinos -dann ist es vorbei mit dem eigentlichen Spanien. Dann muss ich wieder das Doppelte für das Essen bezahlen - bei halber Qualität. Muss auf das Wechselgeld aufpassen und mich mit unfreundlichem Personal rumschlagen. Schade eigentlich. Ich weiß aber, das Spanien ganz anders ist.

Müll...

Also - eines muss ich ja jetzt mal loswerden, weil es heute ganz besonders schlimm war:

Die ganze Tour schon liegt neben der Straße immer mal wieder irgendwelcher Unrat im Staßengraben. Angefangen bei den obligatorischen Plastikflaschen und Blechdosen über Autoreifen und Windschutzscheiben bis hin zu Kühlschränken und Klos.

Meist verteilt sich das noch einigermaßen, aber heute war es dann streckenweise wie auf dem Bild.

Dass die Spanier ihren Mist einfach aus dem Autofenster in die Landschaft werfen, ist für mich unbegreiflich.

Genauso kann ich nicht verstehen, dass in einer Bar Zuckertüten und Zigarettenasche lieber auf den Boden geworfen wird, anstatt in die bereitgestellten Mülleimer und Aschenbecher. Anscheinend sitzt man ganz gerne Mal im Müll und fühlt sich wohl dabei...

Eines der großen Mysterien dieser Welt.

Puente Genil - Antequera, 62 km

Die Tour war heute sehr entspannend. Sie war nicht so lang und nicht übermäßig anstrengend. Zudem hatte ich leichten Rückenwind, so dass ich gut voran kam.

Wie auch die letzten Tage schon, waren es auch heute wieder etwa 27 Grad am Nachmittag, wobei es morgens immer sehr viel kühler ist. Dazu strahlend blauer Himmel und ein paar Schäfchenwolken. Herrlich!

Heute ging es wieder durch leicht hügelige Landschaft vorbei an unzähligen Olivenbäumen.

Bei einigen wurde gerade geerntet: es wird ein Netz unter den Baum gelegt und dann kommt der Bauer mit einer Art 'Rüttelmaschine', die den ganzen Baum am Stamm packt und ihn kräftig rüttelt, so dass die Oliven ins Netz fallen. Habe ich vorher noch nie gesehen.

Später ging es dann ein Stück neben der Autobahn entlang und es gab 'un Sand-which' an einer Repsol-Tankstelle als Mittagessen...