Meine Hotelübernachtungen sind meist ohne Frühstück. Warum auch: nebenan ist ja gleich die nächste Bar, in der man ein typisches spanisches Frühstück zu sich nehmen kann.
Ich sehe meistens zu, dass ich so gegen 8 meine Sachen zusammengepackt habe, dann frühstücken gehe, das Hotel bezahle und frühzeitig loskomme, so dass ich nicht zu sehr in die Mittagshitze komme.
Wenn ich morgens um acht aus dem Hotel gehe, bin ich der erste auf der Straße: bis auf ein paar Straßenfeger ist noch kaum jemand unterwegs.
Die Bars machen meist um acht auf. Oft bin ich der erste Gast. Dann kommt der eine oder andere hinzu und setzt sich wie ich an die Theke. Im Gegensatz zu den Einheimischen rauche ich aber morgens noch keine Zigarette. Und ich werfe auch mein Zuckerpapier und Sonstiges auf den Boden. Dort, wo es am Dreckigsten ist, ist es übrigens am Besten ;-)
Dann geht es auf Tour.
Wenn ich dann am frühen Nachmittag so gegen drei oder vier irgendwo ankomme, dann ist der Ort immer wie ausgestorben: kein Mensch auf der Straße. Siesta wird hier noch großgeschrieben...
Doch dann so gegen sechs füllen sich die Straßen und Plätze, so als gäbe es ein Fest. Meist gibt es eine Plaza Mayor, auf der sich alles versammelt. Kinder spielen, man unterhält sich, schaut dem Treiben zu und lässt es sich gutgehen.
Gegen neun / halb zehn lichtet sich dann das Bild etwas: man geht zum Essen, die Restaurants füllen sich.
Für mich ist dann aber spätestens um 12 Schluss und Zeit fürs Bett.
Richtung Süden - und dann immer geradeaus! - Der Blog zu meiner Fahrradtour durch Spanien.
Mittwoch, 15. September 2010
El Burgo de Osma
Als ich den Ort im Vorfeld ausgewählt hatte, dachte ich eigentlich: das ist irgendein Durchgangsort: hier kreuzen sich einfach zwei Nationalstraßen - deshalb gibt es ein Hotel - mehr wird hier nicht sein. Der Ort steht auch nicht in meinem dicken Spanienreiseführer.
Umso überraschter war ich dann, als ich gesehen habe, dass es hier eine riesige Kathedrale gibt, die in keiner Relation zur Größe des Ortes steht (vielleicht 4.000 Einwohner). Auf einem Sockel steht das Denkmal eines Bischofs - es muss also irgendwas Wichtiges sein...
Umso überraschter war ich dann, als ich gesehen habe, dass es hier eine riesige Kathedrale gibt, die in keiner Relation zur Größe des Ortes steht (vielleicht 4.000 Einwohner). Auf einem Sockel steht das Denkmal eines Bischofs - es muss also irgendwas Wichtiges sein...
Soria - El Burgo de Osma, 92 km
Heute morgen war es ausgesprochen kühl - vielleicht 12 Grad. Auch war es leicht bewölkt.
Ich dachte mir, das wird heute garantiert nicht so heiß wie gestern, aber als ich im Hotel ankam, waren es wieder über 35 Grad. Es ist schon Wahnsinn, welche Temperaturunterschiede es hier zwischen Tag und Nacht gibt. Und dass, obwohl wir über 1.000 m hoch sind...
Der erste Teil meiner Tour war relativ unspektakulär und führte mich über eine Nationalstraße 50 km Richtung Osten.
Dann ging es ab Richtung Süden in das Naturschutzgebiet des Rio Lobos. Dieser hat hier in die Landschaft einen Canyon gefressen, und diesen Canyon habe ich auf einer Art Wanderweg auf etwa 10 km durchfahren.
Das war sehr interessant: es gab phantastische Ausblicke von unten auf hohe Felsmassive, es gab romantische Weiher mit Seerosen innerhalb der Schlucht und es zirkulierten große Greifvögel über meinem Kopf, die dort offenbar einen geeigneten Lebensraum gefunden haben...
Der Weg an sich war aber eine Herausforderung: kein Wanderweg, wie wir ihn kennen, sondern durchsetzt mit dicken Steinen, mal Schotter, mal ging es über Treppen direkt am Fels entlang, mal barfuss durch den Fluss. Einmal musste ich mein Gepäck abnehmen und Fahrrad und Gepäck getrennt tragen, weil es anders nicht gegangen wäre. Deshalb habe ich wohl heute auch ganz vergessen, ein Bild mit dem Handy zu machen - deshalb gibt es heute nur ein abfotografiertes vom Foto.
Aber es hat sich absolut gelohnt!
Ich dachte mir, das wird heute garantiert nicht so heiß wie gestern, aber als ich im Hotel ankam, waren es wieder über 35 Grad. Es ist schon Wahnsinn, welche Temperaturunterschiede es hier zwischen Tag und Nacht gibt. Und dass, obwohl wir über 1.000 m hoch sind...
Der erste Teil meiner Tour war relativ unspektakulär und führte mich über eine Nationalstraße 50 km Richtung Osten.
Dann ging es ab Richtung Süden in das Naturschutzgebiet des Rio Lobos. Dieser hat hier in die Landschaft einen Canyon gefressen, und diesen Canyon habe ich auf einer Art Wanderweg auf etwa 10 km durchfahren.
Das war sehr interessant: es gab phantastische Ausblicke von unten auf hohe Felsmassive, es gab romantische Weiher mit Seerosen innerhalb der Schlucht und es zirkulierten große Greifvögel über meinem Kopf, die dort offenbar einen geeigneten Lebensraum gefunden haben...
Der Weg an sich war aber eine Herausforderung: kein Wanderweg, wie wir ihn kennen, sondern durchsetzt mit dicken Steinen, mal Schotter, mal ging es über Treppen direkt am Fels entlang, mal barfuss durch den Fluss. Einmal musste ich mein Gepäck abnehmen und Fahrrad und Gepäck getrennt tragen, weil es anders nicht gegangen wäre. Deshalb habe ich wohl heute auch ganz vergessen, ein Bild mit dem Handy zu machen - deshalb gibt es heute nur ein abfotografiertes vom Foto.
Aber es hat sich absolut gelohnt!
Fonic
Mein Provider Fonic hat mir gestern den Internetzugang vom Mobiltelefon gesperrt.
Eine richtige Begründung gab es nicht - es gab nur eine SMS, dass nun die 60 EUR (!) Maximalbetrag für internationales Datenroaming erreicht seien und dass ich mich mit dem Kundenservice in Verbindung setzten solle, wenn ich weitersurfen wolle.
Offenbar ist 60 EUR eine Maximalgrenze, die die EU festgelegt hat, und sie kappen dann lieber, weil sie nicht wollen, dass das dann zur Flatrate wird und man weitersurfen kann ohne dass sie was berechnen dürfen. Alles Gauner..
Heißt für mich, ich kann das Blog nur noch eher unregelmäßig aktualisieren - z. B. dann, wenn ich ein WLAN finde.
Der Versuch, in Soria eine einheimische Prepaidkarte zu bekommen, ist auch gescheitert: Vodafone hatte keine da, der Verkäufer von Telefonica hatte welche, wusste aber nicht, ob man damit ins Internet kommen kann und hatte außerdem keine Lust, sich mit meinen mangelhaften Spanischkenntnissen außeinander zu setzen. Und der Shop von Orange hatte vorzeitig geschlossen...
Also doch alles ein bisschen schwierig - auch innerhalb der EU.
Eine richtige Begründung gab es nicht - es gab nur eine SMS, dass nun die 60 EUR (!) Maximalbetrag für internationales Datenroaming erreicht seien und dass ich mich mit dem Kundenservice in Verbindung setzten solle, wenn ich weitersurfen wolle.
Offenbar ist 60 EUR eine Maximalgrenze, die die EU festgelegt hat, und sie kappen dann lieber, weil sie nicht wollen, dass das dann zur Flatrate wird und man weitersurfen kann ohne dass sie was berechnen dürfen. Alles Gauner..
Heißt für mich, ich kann das Blog nur noch eher unregelmäßig aktualisieren - z. B. dann, wenn ich ein WLAN finde.
Der Versuch, in Soria eine einheimische Prepaidkarte zu bekommen, ist auch gescheitert: Vodafone hatte keine da, der Verkäufer von Telefonica hatte welche, wusste aber nicht, ob man damit ins Internet kommen kann und hatte außerdem keine Lust, sich mit meinen mangelhaften Spanischkenntnissen außeinander zu setzen. Und der Shop von Orange hatte vorzeitig geschlossen...
Also doch alles ein bisschen schwierig - auch innerhalb der EU.
Soria
Wieder mal ein größeres Städtchen: 40.000 Einwohner, Provinzhauptstadt, sehr hübsch, auf einem Felsplateau gelegen, mit einem großen Park mitten in der Stadt.
Als ich gegen halb drei ankomme, ist die Stadt menschenleer. Mein Hotel liegt direkt an der Plaza Mayor, dem Hauptplatz. Die Hotelbesitzerin - eine schon etwas ältere Dame - schaut mich entgeistert an, als ich mit dem Fahrrad ankomme und mein Gepäck ablade: Kein Mensch fährt hier Fahrrad - erst recht nicht bei dieser Hitze und während der Siesta.
Sie kopiert sich gleich meinen Ausweis und notiert sich meine Kreditkartennummer. Ich scheine ihr nicht ganz geheuer zu sein...
Um 18.00 Uhr füllt sich Soria schlagartig mit Leben: auf der Plaza Mayor ist auf einmal die Hölle los! Das bleibt so bis um 10, wenn man zum Essen geht.
Ich trinke noch meinen Rotwein aus und gehe bald zu Bett, denn der heutige Tag war schon anstrengend.
Als ich gegen halb drei ankomme, ist die Stadt menschenleer. Mein Hotel liegt direkt an der Plaza Mayor, dem Hauptplatz. Die Hotelbesitzerin - eine schon etwas ältere Dame - schaut mich entgeistert an, als ich mit dem Fahrrad ankomme und mein Gepäck ablade: Kein Mensch fährt hier Fahrrad - erst recht nicht bei dieser Hitze und während der Siesta.
Sie kopiert sich gleich meinen Ausweis und notiert sich meine Kreditkartennummer. Ich scheine ihr nicht ganz geheuer zu sein...
Um 18.00 Uhr füllt sich Soria schlagartig mit Leben: auf der Plaza Mayor ist auf einmal die Hölle los! Das bleibt so bis um 10, wenn man zum Essen geht.
Ich trinke noch meinen Rotwein aus und gehe bald zu Bett, denn der heutige Tag war schon anstrengend.
Arnedillo - Soria, 84 km
Jetzt bin ich in Castilla y Leon.
Heute gab es wieder einen Höhepunkt: einen physikalischen - mit dem Namen 'Puerto de Oncala', 1454 m hoch, ein Pass. Es ging sicherlich 45 km nur bergauf - der anstrengendste Tag der Tour.
Los ging es heute morgen bei nur 11 Grad durch grüne Täler und Schluchten auf der 'Ruta de los dinosaurios': Hier hat man Fußabdrücke von Sauriern gefunden.
Einige km vor dem Puerto de Oncala änderte sich das Bild: aus der grünen kühlen Schlucht wurde eine trockene, heiße und hügelige Hochebene, die mich eher an Westernfilme erinnerte...
Heute gab es wieder einen Höhepunkt: einen physikalischen - mit dem Namen 'Puerto de Oncala', 1454 m hoch, ein Pass. Es ging sicherlich 45 km nur bergauf - der anstrengendste Tag der Tour.
Los ging es heute morgen bei nur 11 Grad durch grüne Täler und Schluchten auf der 'Ruta de los dinosaurios': Hier hat man Fußabdrücke von Sauriern gefunden.
Einige km vor dem Puerto de Oncala änderte sich das Bild: aus der grünen kühlen Schlucht wurde eine trockene, heiße und hügelige Hochebene, die mich eher an Westernfilme erinnerte...
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