Die Tour ist abgeschlossen und ich bin zurück im Alltag - Zeit für ein kleines Resumee. Dies ist dann auch der letzte Blogeintrag.
Was hat mir besonders gut gefallen?
- dass ich nochmal vier Wochen so richtig Sommer hatte
- das intensive Licht, die klare Luft und die tollen Farben der Landschaft und des Himmels
- die weiten, hügeligen Landschaften der La Mancha
- die Tapas-Bars in Madrid
- der Retiro-Park in Madrid
- die Mezquita in Cordoba
- die Altstadt von Cordoba
- das abendliche Treiben auf der jeweiligen Plaza Mayor
- die Wege auf den ausgemusterten Bahntrassen Vias Verdes
- der Canyon Los Lobos
- der morgendliche Cafe con leche in einer Bar
- dass ich keinen Platten hatte
- fast immer rücksichtsvolle Autofahrer
Was mir nicht gefallen hat:
- der Müll im Straßengraben
- die kläffenden Köter überall
- die für Radfahrer mangelhafte Verkehrsführung im Großraum Madrid
Damit hört es aber auch schon auf: es fallen mir keine weiteren negativen Punkte ein - die Liste der positiven Punkte könnte ich jedoch beliebig fortsetzen.
Oder anders gesagt: das war eine der schönsten Radtouren, die ich je gemacht habe!
Sicherlich auch eine der anstrengedsten: es war die längste Tour und die mit den meisten Höhenmetern.
Aber es hat sich absolut gelohnt. Dadurch, das Spanien im Landesinneren so dünn besiedelt ist, war es ein absolut entspannentes fahren. Und an südländischem Flair und historischem Erbe ist Spanien kaum zu überbieten. Tapas-Bars und eine Kaffee-Kultur runden das Bild ab.
Einfach toll! Das war sicherlich nicht meine letzte Radtour durch Spanien!
Bilbao - Madrid - Malaga
Richtung Süden - und dann immer geradeaus! - Der Blog zu meiner Fahrradtour durch Spanien.
Mittwoch, 6. Oktober 2010
Der Alltag ist zurück
Es ist Mittwochmorgen und ich sitze in der S-Bahn nach Frankfurt.
Es ist Herbst. Ich hab gestern die Heizung angestellt. Nichts mehr mit: nachts nochmal alle Türen und Fenster aufreißen, weil es viel zu warm ist. Oder gar die Klimaanlage anschalten.
Ich bin ohne Frühstück aus dem Haus - wo ist die Bar mit gleißendem Neonlicht und Dreck auf dem Fußboden, in die man einfach mal kurz hineinhuschen und seinen Milchkaffee trinken kann? Wo man über den viel zu lauten Fernseher schon etwas vom Tagesgeschehen mitbekommt und dann mit dem mürrischen Barkeeper über 'die da oben' diskutieren kann. Eine Marktlücke.
Die S-Bahn ist voll mit Chinesen. Es ist Buchmesse. Komisch: ich wusste gar nicht, dass China auch auf diesem Gebiet sehr aktiv ist. Oder werden nun auch Bücher kopiert und unter chinesischem Namen vermarktet?
Es ist Herbst. Ich hab gestern die Heizung angestellt. Nichts mehr mit: nachts nochmal alle Türen und Fenster aufreißen, weil es viel zu warm ist. Oder gar die Klimaanlage anschalten.
Ich bin ohne Frühstück aus dem Haus - wo ist die Bar mit gleißendem Neonlicht und Dreck auf dem Fußboden, in die man einfach mal kurz hineinhuschen und seinen Milchkaffee trinken kann? Wo man über den viel zu lauten Fernseher schon etwas vom Tagesgeschehen mitbekommt und dann mit dem mürrischen Barkeeper über 'die da oben' diskutieren kann. Eine Marktlücke.
Die S-Bahn ist voll mit Chinesen. Es ist Buchmesse. Komisch: ich wusste gar nicht, dass China auch auf diesem Gebiet sehr aktiv ist. Oder werden nun auch Bücher kopiert und unter chinesischem Namen vermarktet?
Dienstag, 5. Oktober 2010
Back to Germany - wasn das für ein Mistwetter hier?!?
Bin gerade gelandet. Fahrrad okay - alles sonst auch.
In der irrigen Annahme, ich könnte die 25 km vom Flughafen nach DA einfach noch nach Hause radeln, bin ich einfach mal gestartet - und gleich in einen Wolkenbruch gekommen! So ein Mistwetter!!
Zum Glück hab ich es einigermaßen trocken bis Dreieich geschafft - jetzt geht es mit der S-Bahn nach Hause.
So ein Mistwetter! Man könnte meinen, es wär schon Herbst...
;-)
In der irrigen Annahme, ich könnte die 25 km vom Flughafen nach DA einfach noch nach Hause radeln, bin ich einfach mal gestartet - und gleich in einen Wolkenbruch gekommen! So ein Mistwetter!!
Zum Glück hab ich es einigermaßen trocken bis Dreieich geschafft - jetzt geht es mit der S-Bahn nach Hause.
So ein Mistwetter! Man könnte meinen, es wär schon Herbst...
;-)
Sicherheitsrisiko! Fahrrad am Flughafen Malaga gesichtet! - Passagier beabsichtigt Mitnahme im Flugzeug
Malaga, 05.10.2010 - Am Flughafen Malaga meldete sich heute ein Passagier, der beabsichtigte, sein verpacktes (!)Fahrrad in einer Linienmaschine der Lufthansa mit nach Frankfurt zu nehmen.
Als er am Check-in-Schalter vorsprach, war die Dame sichtlich überrascht: 'So etwas wäre ihr ja noch nie untergekommen' erzählte sie später diesem Blog. Besonders habe sie irritiert, dass einer der Passagiere um Beförderung eines Fahrrads bat - der andere Passagier jedoch gar kein Fahrrad dabei hatte. 'Hier stimmt doch was nicht' soll sie laut gedacht haben und kontrollierte daraufhin die Ausweise der beiden Fremden besonders gründlich, die offenbar deutsche Staatsangehörige ohne Aufenthaltserlaubnis sind.
Per Telefon zitierte sie nach der Ausweiskontrolle eine zweite Amtsperson hinzu, die die Fremden und das angebliche Fahrrad nicht mehr aus den Augen lies.
Um Zeit zu gewinnen, verlangte die Dame am Check-in nun eine Sondergebühr für den Transport des Fahrrades, welche an einem Schalter von Spanair zu bezahlen sei.
Unter den Augen des Sicherheitspersonals und von Überwachungskameras wurde der Sonderling nun an diesen Schalter geschickt.
Die Dame dort - offenbar vorab informiert - musterte den Fremden sehr genau. Unter Vorwänden - sie handelte genau nach ihren Anweisungen - zögerte die Bezahlung der Gebühr für den Fahrradtransport so lange wie möglich hinaus: angeblich sei keine Kategorie für Fahrräder zu finden, dann sollte es auf einmal 100 EUR kosten. Meist wortlos verging Minute für Minute.
Erst nach Protest des Reisenden wurde ein Betrag von 70 EUR festgelegt. Als dann sogar die VISA-Karte des Reisenden anstandslos akzeptiert wurde, konnte sie den Vorgang nicht weiter hinauszögern: der Sonderling kehrte nun zu dem anderen Reisenden an den Check-in-Schalter zurück, der dort weiterhin unter den gestrengen Augen der Dame vom Check-in und der Sicherheitsbeamtin wartete und der sich übrigens bis zu diesem Zeitpunkt noch nichts zu Schulden hat kommen lassen und der ja noch nicht mal ein Fahrrad besaß. Ihn würde man aus Mangel an Beweisen wahrscheinlich sowieso laufen lassen müssen...
Die Dame vom Check-in übergab nun an die Sicherheitsbeamtin. Deren Devise war: Mürbe machen und Zeit gewinnen. Zwei Reisende und ein Fahrrad im Schlepptau schickte sie die Fremdlinge hinter graue Türen - mit Putzfrauen und weiterem Wachpersonal -, hinter denen sich angeblich ein Annahmeschalter für Sperrgepäck befände - was natürlich nicht der Fall war.
Ihre Strategie, die Reisenden wahllos durch den Flughafen und von einem Terminal zum anderen zu schicken, damit diese schließlich den Flug verpassen, ging jedoch nicht auf: als die Reisenden etwas ungehalten wurden, wurde ihr offenbar die Gefahr zu groß und sie führte die Eindringlinge nun tatsächlich zum Schalter für Sperrgepäck, wo weiteres Sicherheitspersonal mit Schlagstöcken und Pistolen warteten.
Nach Durchleuchtung des Fahrrads und einiger Diskussion kamen die Beamten zu dem Schluss, dass es für die Sicherheit Spaniens wohl besser wäre, die Fremdlinge samt ihrer sonderbaren Fracht umgehend ausreisen zu lassen.
Als um 13.35 Uhr die besagte Lufthansa-Maschine abhob, war die Gefahr gebannt. Das ist wohl gerade nochmal gutgegangen...
Als er am Check-in-Schalter vorsprach, war die Dame sichtlich überrascht: 'So etwas wäre ihr ja noch nie untergekommen' erzählte sie später diesem Blog. Besonders habe sie irritiert, dass einer der Passagiere um Beförderung eines Fahrrads bat - der andere Passagier jedoch gar kein Fahrrad dabei hatte. 'Hier stimmt doch was nicht' soll sie laut gedacht haben und kontrollierte daraufhin die Ausweise der beiden Fremden besonders gründlich, die offenbar deutsche Staatsangehörige ohne Aufenthaltserlaubnis sind.
Per Telefon zitierte sie nach der Ausweiskontrolle eine zweite Amtsperson hinzu, die die Fremden und das angebliche Fahrrad nicht mehr aus den Augen lies.
Um Zeit zu gewinnen, verlangte die Dame am Check-in nun eine Sondergebühr für den Transport des Fahrrades, welche an einem Schalter von Spanair zu bezahlen sei.
Unter den Augen des Sicherheitspersonals und von Überwachungskameras wurde der Sonderling nun an diesen Schalter geschickt.
Die Dame dort - offenbar vorab informiert - musterte den Fremden sehr genau. Unter Vorwänden - sie handelte genau nach ihren Anweisungen - zögerte die Bezahlung der Gebühr für den Fahrradtransport so lange wie möglich hinaus: angeblich sei keine Kategorie für Fahrräder zu finden, dann sollte es auf einmal 100 EUR kosten. Meist wortlos verging Minute für Minute.
Erst nach Protest des Reisenden wurde ein Betrag von 70 EUR festgelegt. Als dann sogar die VISA-Karte des Reisenden anstandslos akzeptiert wurde, konnte sie den Vorgang nicht weiter hinauszögern: der Sonderling kehrte nun zu dem anderen Reisenden an den Check-in-Schalter zurück, der dort weiterhin unter den gestrengen Augen der Dame vom Check-in und der Sicherheitsbeamtin wartete und der sich übrigens bis zu diesem Zeitpunkt noch nichts zu Schulden hat kommen lassen und der ja noch nicht mal ein Fahrrad besaß. Ihn würde man aus Mangel an Beweisen wahrscheinlich sowieso laufen lassen müssen...
Die Dame vom Check-in übergab nun an die Sicherheitsbeamtin. Deren Devise war: Mürbe machen und Zeit gewinnen. Zwei Reisende und ein Fahrrad im Schlepptau schickte sie die Fremdlinge hinter graue Türen - mit Putzfrauen und weiterem Wachpersonal -, hinter denen sich angeblich ein Annahmeschalter für Sperrgepäck befände - was natürlich nicht der Fall war.
Ihre Strategie, die Reisenden wahllos durch den Flughafen und von einem Terminal zum anderen zu schicken, damit diese schließlich den Flug verpassen, ging jedoch nicht auf: als die Reisenden etwas ungehalten wurden, wurde ihr offenbar die Gefahr zu groß und sie führte die Eindringlinge nun tatsächlich zum Schalter für Sperrgepäck, wo weiteres Sicherheitspersonal mit Schlagstöcken und Pistolen warteten.
Nach Durchleuchtung des Fahrrads und einiger Diskussion kamen die Beamten zu dem Schluss, dass es für die Sicherheit Spaniens wohl besser wäre, die Fremdlinge samt ihrer sonderbaren Fracht umgehend ausreisen zu lassen.
Als um 13.35 Uhr die besagte Lufthansa-Maschine abhob, war die Gefahr gebannt. Das ist wohl gerade nochmal gutgegangen...
Zahlen und Fakten
Ein paar Zahlen und Fakten zur Tour:
- Kilometer auf dem Fahrrad: 1289
- Länge einer durchschnittlichen Tagestour: 70 - 80 km
- Länge der kürzesten Tagestour: 14 km (vom Flughafen Bilbao in die Stadt)
- Länge der längsten Tagestour: 122 km (von Puertollano nach Montoro)
- Durchschnittsgeschwindigkeit: ca. 19 km/h
- Durchschnittliche Temperatur am Nachmittag: > 30 Grad
- Höchsttemperatur auf dem Fahrrad: 37 Grad
- Niedrigste Temperatur auf dem Fahrrad: 11 Grad
- Gewicht des Gepäcks: knapp 20 Kilo
- max. Höhe über N.N.: 1.457 m
- Gesamt-Höhenmeter der Tour: 11.545 m
- maximale Geschwindigkeit: 56,1 km/h
- durchschnittliche Fahrzeit pro Tag auf dem Rad: 4,5 Stunden
- maximale Tages-Fahrzeit auf dem Rad: 7 Stunden, 8 Minuten
- Tage auf dem Rad: 18
Tage frei: 2 (in Madrid und Cordoba)
- Stunden auf dem Rad: 74
- Durchschnittliches Verkehrsaufkommen: ein Auto pro halbe Stunde
- Anzahl Platten: 0
- Anzahl Stürze: 0
- Anzahl technische Defekte: 0
- sonstige Verluste: 0
- Schäden: 1 (Scheibe des Mobiltelefons gebrochen)
- Durchschnittsverbrauch an Getränken pro Tag: 4,5 Liter
- Anzahl Regentage: einer plus zwei halbe
- Durchschnittspreis für ein Einzelzimmer: 55 EUR
- Durchschnittspreis für einen Cafe con Leche: 1,10 EUR
- Typisches Frühstück: 1 Cafe con Leche, 1 Croissant
- Anzahl Cafes con Leche pro Tag: 3
- Hundeangriffe: 1
- um Wechselgeld beschissen worden (bewusst): 1 mal
- von der Polizei angehalten worden: 1 mal
- andere Radreisende gesehen: 3 mal
- Rennradfahrer gesehen: > 200 (nur samstags)
- Anzahl Plastikflaschen im Straßengraben: 247.482
- Anzahl von Sonnenblumenkern-Schalen je Parkbank: 782
- Anzahl unfreundliche Hoteliers und Barpersonal: 1
- Anzahl freundliche Leute: 1.452
- Anzahl tolle Erlebnisse und unwiderrufbare Eindrücke: > 1 Mio.
;-)
- Kilometer auf dem Fahrrad: 1289
- Länge einer durchschnittlichen Tagestour: 70 - 80 km
- Länge der kürzesten Tagestour: 14 km (vom Flughafen Bilbao in die Stadt)
- Länge der längsten Tagestour: 122 km (von Puertollano nach Montoro)
- Durchschnittsgeschwindigkeit: ca. 19 km/h
- Durchschnittliche Temperatur am Nachmittag: > 30 Grad
- Höchsttemperatur auf dem Fahrrad: 37 Grad
- Niedrigste Temperatur auf dem Fahrrad: 11 Grad
- Gewicht des Gepäcks: knapp 20 Kilo
- max. Höhe über N.N.: 1.457 m
- Gesamt-Höhenmeter der Tour: 11.545 m
- maximale Geschwindigkeit: 56,1 km/h
- durchschnittliche Fahrzeit pro Tag auf dem Rad: 4,5 Stunden
- maximale Tages-Fahrzeit auf dem Rad: 7 Stunden, 8 Minuten
- Tage auf dem Rad: 18
Tage frei: 2 (in Madrid und Cordoba)
- Stunden auf dem Rad: 74
- Durchschnittliches Verkehrsaufkommen: ein Auto pro halbe Stunde
- Anzahl Platten: 0
- Anzahl Stürze: 0
- Anzahl technische Defekte: 0
- sonstige Verluste: 0
- Schäden: 1 (Scheibe des Mobiltelefons gebrochen)
- Durchschnittsverbrauch an Getränken pro Tag: 4,5 Liter
- Anzahl Regentage: einer plus zwei halbe
- Durchschnittspreis für ein Einzelzimmer: 55 EUR
- Durchschnittspreis für einen Cafe con Leche: 1,10 EUR
- Typisches Frühstück: 1 Cafe con Leche, 1 Croissant
- Anzahl Cafes con Leche pro Tag: 3
- Hundeangriffe: 1
- um Wechselgeld beschissen worden (bewusst): 1 mal
- von der Polizei angehalten worden: 1 mal
- andere Radreisende gesehen: 3 mal
- Rennradfahrer gesehen: > 200 (nur samstags)
- Anzahl Plastikflaschen im Straßengraben: 247.482
- Anzahl von Sonnenblumenkern-Schalen je Parkbank: 782
- Anzahl unfreundliche Hoteliers und Barpersonal: 1
- Anzahl freundliche Leute: 1.452
- Anzahl tolle Erlebnisse und unwiderrufbare Eindrücke: > 1 Mio.
;-)
Montag, 4. Oktober 2010
Bereit zur Abfahrt
So: das Fahrrad ist verpackt - morgen geht es nach Hause. Jetzt hoffe ich nur, das es mit dem Transport zum Flughafen im Großraumtaxi kein Problem gibt. Das ist der letzte Stolperstein.
Ansonsten waren es nochmal ein paar wirklich schöne Tage in Torremolinos und wenn man ein bisschen auf Pfaden außerhalb des Massentourismus wandert, dann kann man es wirklich genießen.
Was toll war: am Samstag waren wir auf der Fiesta de San Miguel, die ein paar Tage lang hier statt fand. Das war einerseits Rummel mit Fahrgeschäften und Popcornbuden usw., aber andererseits gab es quasi wie Festzelte, aber in festen Hallen, in denen verschiedene Organisationen verschiedene Darbietungen und Essen präsentierten.
Wir waren in der Halle der Grupo Asturiana de Malaga und haben sehr leckeres, asturisches Essen genossen.
Danach haben wir ein Konzert eines einheimischen Sängers in der großen Stadthalle genießen können, das unter anderem mit Flamencoeinlagen gespickt war. Sehr interessant - und außer uns keine weiteren Touristen...
Ansonsten waren es nochmal ein paar wirklich schöne Tage in Torremolinos und wenn man ein bisschen auf Pfaden außerhalb des Massentourismus wandert, dann kann man es wirklich genießen.
Was toll war: am Samstag waren wir auf der Fiesta de San Miguel, die ein paar Tage lang hier statt fand. Das war einerseits Rummel mit Fahrgeschäften und Popcornbuden usw., aber andererseits gab es quasi wie Festzelte, aber in festen Hallen, in denen verschiedene Organisationen verschiedene Darbietungen und Essen präsentierten.
Wir waren in der Halle der Grupo Asturiana de Malaga und haben sehr leckeres, asturisches Essen genossen.
Danach haben wir ein Konzert eines einheimischen Sängers in der großen Stadthalle genießen können, das unter anderem mit Flamencoeinlagen gespickt war. Sehr interessant - und außer uns keine weiteren Touristen...
Samstag, 2. Oktober 2010
Plastico con aire
Heute habe ich Luftpolsterfolie ('Plastico con aire' oder so ähnlich) und Klebeband gekauft: damit wird das Fahrrad dann für das Flugzeug verpackt.
Vorher muss ich allerdings erst mal am Dienstag selbst mit Fahrrad, Fahrradtasche und Plastico zum Flughafen fahren. Und dann fange ich in der Schalterhalle an, das Fahrrad zu verpacken...
Vorher muss ich allerdings erst mal am Dienstag selbst mit Fahrrad, Fahrradtasche und Plastico zum Flughafen fahren. Und dann fange ich in der Schalterhalle an, das Fahrrad zu verpacken...
Torremolinos
Torremolinos habe ich vor allem deshalb ausgewählt, weil es für mich strategig günstig in der Nähe des Flughafens Malaga liegt (8 km) und einen schönen langen Sandstrand besitzt. Alles andere hätte bedeutet, dass ich am letzten Tag vor dem Abflug nochmal eine längere Fahrradtour an der Küste hätte machen müssen. Das wollte ich aber nicht, und so bin ich hier gelandet.
Torremolinos ist zweifellos ein Ort des Massentourismus. Es gibt hier die üblichen Bettenburgen, Essen nach Bildern und ein Hauch von Ballermann. Hauptsächliches Publikum sind Engländer und Holländer.
Trotzdem habe ich es sehr gut getroffen: ich habe ein kleines Hotel unter japanischer (!) Leitung, das ich über HRS gebucht habe und dort Bestnoten bekommen hat - dies kann ich nur bestätigen.
Es liegt in einem Wohngebiet, vier Straßen weg vom Strand und vom Touristenrummel, hat nur neun Zimmer und ist dementsprechend ruhig und familiär.
Wir waren inzwischen drei Mal essen und waren recht zufrieden - trotz Essen nach Bildern. Insofern kann ich mich hier auch nicht beschweren.
Wettermäßig ist weiterhin wolkenloser Himmel und strahlender Sonnenschein bei 27 Grad. Das Meer ist allerdings sehr frisch, so dass kaum jemand badet. Es ist Nebensaison: einige Geschäfte und Restaurants haben bereits Winterpause - allzu großen Trubel gibt es nicht.
Insgesamt ein schöner Abschluss der Tour mit ein paar Tagen relaxen am Strand.
Torremolinos ist zweifellos ein Ort des Massentourismus. Es gibt hier die üblichen Bettenburgen, Essen nach Bildern und ein Hauch von Ballermann. Hauptsächliches Publikum sind Engländer und Holländer.
Trotzdem habe ich es sehr gut getroffen: ich habe ein kleines Hotel unter japanischer (!) Leitung, das ich über HRS gebucht habe und dort Bestnoten bekommen hat - dies kann ich nur bestätigen.
Es liegt in einem Wohngebiet, vier Straßen weg vom Strand und vom Touristenrummel, hat nur neun Zimmer und ist dementsprechend ruhig und familiär.
Wir waren inzwischen drei Mal essen und waren recht zufrieden - trotz Essen nach Bildern. Insofern kann ich mich hier auch nicht beschweren.
Wettermäßig ist weiterhin wolkenloser Himmel und strahlender Sonnenschein bei 27 Grad. Das Meer ist allerdings sehr frisch, so dass kaum jemand badet. Es ist Nebensaison: einige Geschäfte und Restaurants haben bereits Winterpause - allzu großen Trubel gibt es nicht.
Insgesamt ein schöner Abschluss der Tour mit ein paar Tagen relaxen am Strand.
Jürgen ist da!
Trotz Generalstreiks in Spanien am Mittwoch hat es mein Freund geschafft, pünktlich zu mir zu kommen - rechtzeitig zum unanstrengenden Teil der Tour ;-) - und verbringt mit mir die restlichen Tage an der Costa del Sol. Er fliegt mit mir am Dienstag zurück.
Donnerstag, 30. September 2010
Am Ziel
Die Costa del Sol - ich bin am Ziel!
Nach 1.300 km auf dem Fahrrad quer durch Spanien habe ich das Mittelmeer erreicht.
Und wo geht es jetzt weiter nach Marokko?!? ;-)
Nach 1.300 km auf dem Fahrrad quer durch Spanien habe ich das Mittelmeer erreicht.
Und wo geht es jetzt weiter nach Marokko?!? ;-)
Antequera - Torremolinos, 82 km
Der letzte Tag auf dem Fahrrad.
Am Morgen geht es durch grandiose Berglandschaften, die in der Morgensonne erstrahlen - ein phantastisches Bild.
Es geht fast nur bergab: von etwa 700 m auf Meereshöhe.
Im zweiten Teil der Tour ändert sich das Bild: die Landschaft wird flacher und es geht durch ein breites Flusstal vorbei an Orangenplantagen und Palmen.
Auf den letzten 20 km wird es eher ätzend: jetzt bin ich Küstenbereich und die Straßen sind voll - teilweise Stoßstange an Stoßstange. Es ist heiß und staubig.
Bevor ich ins Hotel fahre, mache ich erst einen kurzen Abstecher zum Meer: ich bin am Ziel.
Am Morgen geht es durch grandiose Berglandschaften, die in der Morgensonne erstrahlen - ein phantastisches Bild.
Es geht fast nur bergab: von etwa 700 m auf Meereshöhe.
Im zweiten Teil der Tour ändert sich das Bild: die Landschaft wird flacher und es geht durch ein breites Flusstal vorbei an Orangenplantagen und Palmen.
Auf den letzten 20 km wird es eher ätzend: jetzt bin ich Küstenbereich und die Straßen sind voll - teilweise Stoßstange an Stoßstange. Es ist heiß und staubig.
Bevor ich ins Hotel fahre, mache ich erst einen kurzen Abstecher zum Meer: ich bin am Ziel.
Dienstag, 28. September 2010
Köter
Ich muss noch ein paar Worte über die Hunde verlieren...
Da ich nach Möglichkeit immer Nebenstrecken fahre, komme ich auch immer wieder an einsamen Gehöften vorbei, die von Hunden 'bewacht' werden.
Sobald sie mich hören, kläffen sie sich die Seele aus dem Leib: in Ländern wie Spanien, wo kaum ein Mensch Rad fährt, ist das Geräusch eines Fahrrads etwas Besonderes. Kaum komme ich an einem Zaun vorbei, saust der Köter auf mich zu und verfolgt mich dann laut kläffend neben mir am Zaun entlang, bis dieser aufhört - wenn da ein Zaun ist.. Einmal hatte ich in diesem Urlaub keinen Zaun dawischen...
Ich bin an einem Gehöft vorbeigekommen, und in dem Moment, wo sie mich sehen, nehmen zwei Hunde mittlerer Größe laut kläffend volle Fahrt auf mich auf.
Ich erst kurz überlegt, ob stehenbleiben oder lieber abhauen soll - ich habe mich zur Flucht entschieden...
Ich also voll in die Pedale, die beiden Köter mittlerweile auf der Straße hinter mir, vielleicht noch zwei Meter entfernt - ich so schnell ich kann - irgendwann bin ich dann langsam schneller als sie und sie geben irgendwann auf...
Da ich nach Möglichkeit immer Nebenstrecken fahre, komme ich auch immer wieder an einsamen Gehöften vorbei, die von Hunden 'bewacht' werden.
Sobald sie mich hören, kläffen sie sich die Seele aus dem Leib: in Ländern wie Spanien, wo kaum ein Mensch Rad fährt, ist das Geräusch eines Fahrrads etwas Besonderes. Kaum komme ich an einem Zaun vorbei, saust der Köter auf mich zu und verfolgt mich dann laut kläffend neben mir am Zaun entlang, bis dieser aufhört - wenn da ein Zaun ist.. Einmal hatte ich in diesem Urlaub keinen Zaun dawischen...
Ich bin an einem Gehöft vorbeigekommen, und in dem Moment, wo sie mich sehen, nehmen zwei Hunde mittlerer Größe laut kläffend volle Fahrt auf mich auf.
Ich erst kurz überlegt, ob stehenbleiben oder lieber abhauen soll - ich habe mich zur Flucht entschieden...
Ich also voll in die Pedale, die beiden Köter mittlerweile auf der Straße hinter mir, vielleicht noch zwei Meter entfernt - ich so schnell ich kann - irgendwann bin ich dann langsam schneller als sie und sie geben irgendwann auf...
Antequera
Das ist mal wieder ne sehr hübsche Kleinstadt! Sehr gepflegt, nette Cafés, schöne Straßen, hübsche Häuser - hier lässt es sich aushalten.
Irgendwie komisch: jetzt hab ich nur noch eine Tour auf dem Fahrrad vor mir - dann bin ich am Ziel. Mir ist gar nicht danach. Das Radfahren hat so viel Spaß gemacht - irgendwie könnt ich jetzt auch noch weiterfahren.
Im Vorfeld haben mich einige Leute gefragt, ob einem da nicht irgendwann der Hintern weh tut?
Also: das Schlimmste sind die ersten drei Tage: dann ist man noch nicht 'eingeölt', ist noch an den Bürostuhl anstatt den Sattel gewöhnt.
Doch spätestens ab dem vierten Tag ist das vorbei und man freut sich auf jeden Morgen, an dem es wieder weitergeht und an dem viele neue Eindrücke auf einem warten.
Jetzt, nach 21 Tagen auf dem Rad, habe ich das Gefühl, ich könnte auch nach Kapstadt weiterfahren! - Ich fühle mich pudelwohl, durchtrainiert, habe viele neue Eindrücke gewonnen und bin glücklich und zufrieden.
Vielleicht ist es ganz bewusst so, dass ich gerade heute und hier dieses kleine Resumee ziehe: Morgen bin ich in der Touristenhochburg Torremolinos -dann ist es vorbei mit dem eigentlichen Spanien. Dann muss ich wieder das Doppelte für das Essen bezahlen - bei halber Qualität. Muss auf das Wechselgeld aufpassen und mich mit unfreundlichem Personal rumschlagen. Schade eigentlich. Ich weiß aber, das Spanien ganz anders ist.
Irgendwie komisch: jetzt hab ich nur noch eine Tour auf dem Fahrrad vor mir - dann bin ich am Ziel. Mir ist gar nicht danach. Das Radfahren hat so viel Spaß gemacht - irgendwie könnt ich jetzt auch noch weiterfahren.
Im Vorfeld haben mich einige Leute gefragt, ob einem da nicht irgendwann der Hintern weh tut?
Also: das Schlimmste sind die ersten drei Tage: dann ist man noch nicht 'eingeölt', ist noch an den Bürostuhl anstatt den Sattel gewöhnt.
Doch spätestens ab dem vierten Tag ist das vorbei und man freut sich auf jeden Morgen, an dem es wieder weitergeht und an dem viele neue Eindrücke auf einem warten.
Jetzt, nach 21 Tagen auf dem Rad, habe ich das Gefühl, ich könnte auch nach Kapstadt weiterfahren! - Ich fühle mich pudelwohl, durchtrainiert, habe viele neue Eindrücke gewonnen und bin glücklich und zufrieden.
Vielleicht ist es ganz bewusst so, dass ich gerade heute und hier dieses kleine Resumee ziehe: Morgen bin ich in der Touristenhochburg Torremolinos -dann ist es vorbei mit dem eigentlichen Spanien. Dann muss ich wieder das Doppelte für das Essen bezahlen - bei halber Qualität. Muss auf das Wechselgeld aufpassen und mich mit unfreundlichem Personal rumschlagen. Schade eigentlich. Ich weiß aber, das Spanien ganz anders ist.
Müll...
Also - eines muss ich ja jetzt mal loswerden, weil es heute ganz besonders schlimm war:
Die ganze Tour schon liegt neben der Straße immer mal wieder irgendwelcher Unrat im Staßengraben. Angefangen bei den obligatorischen Plastikflaschen und Blechdosen über Autoreifen und Windschutzscheiben bis hin zu Kühlschränken und Klos.
Meist verteilt sich das noch einigermaßen, aber heute war es dann streckenweise wie auf dem Bild.
Dass die Spanier ihren Mist einfach aus dem Autofenster in die Landschaft werfen, ist für mich unbegreiflich.
Genauso kann ich nicht verstehen, dass in einer Bar Zuckertüten und Zigarettenasche lieber auf den Boden geworfen wird, anstatt in die bereitgestellten Mülleimer und Aschenbecher. Anscheinend sitzt man ganz gerne Mal im Müll und fühlt sich wohl dabei...
Eines der großen Mysterien dieser Welt.
Die ganze Tour schon liegt neben der Straße immer mal wieder irgendwelcher Unrat im Staßengraben. Angefangen bei den obligatorischen Plastikflaschen und Blechdosen über Autoreifen und Windschutzscheiben bis hin zu Kühlschränken und Klos.
Meist verteilt sich das noch einigermaßen, aber heute war es dann streckenweise wie auf dem Bild.
Dass die Spanier ihren Mist einfach aus dem Autofenster in die Landschaft werfen, ist für mich unbegreiflich.
Genauso kann ich nicht verstehen, dass in einer Bar Zuckertüten und Zigarettenasche lieber auf den Boden geworfen wird, anstatt in die bereitgestellten Mülleimer und Aschenbecher. Anscheinend sitzt man ganz gerne Mal im Müll und fühlt sich wohl dabei...
Eines der großen Mysterien dieser Welt.
Puente Genil - Antequera, 62 km
Die Tour war heute sehr entspannend. Sie war nicht so lang und nicht übermäßig anstrengend. Zudem hatte ich leichten Rückenwind, so dass ich gut voran kam.
Wie auch die letzten Tage schon, waren es auch heute wieder etwa 27 Grad am Nachmittag, wobei es morgens immer sehr viel kühler ist. Dazu strahlend blauer Himmel und ein paar Schäfchenwolken. Herrlich!
Heute ging es wieder durch leicht hügelige Landschaft vorbei an unzähligen Olivenbäumen.
Bei einigen wurde gerade geerntet: es wird ein Netz unter den Baum gelegt und dann kommt der Bauer mit einer Art 'Rüttelmaschine', die den ganzen Baum am Stamm packt und ihn kräftig rüttelt, so dass die Oliven ins Netz fallen. Habe ich vorher noch nie gesehen.
Später ging es dann ein Stück neben der Autobahn entlang und es gab 'un Sand-which' an einer Repsol-Tankstelle als Mittagessen...
Wie auch die letzten Tage schon, waren es auch heute wieder etwa 27 Grad am Nachmittag, wobei es morgens immer sehr viel kühler ist. Dazu strahlend blauer Himmel und ein paar Schäfchenwolken. Herrlich!
Heute ging es wieder durch leicht hügelige Landschaft vorbei an unzähligen Olivenbäumen.
Bei einigen wurde gerade geerntet: es wird ein Netz unter den Baum gelegt und dann kommt der Bauer mit einer Art 'Rüttelmaschine', die den ganzen Baum am Stamm packt und ihn kräftig rüttelt, so dass die Oliven ins Netz fallen. Habe ich vorher noch nie gesehen.
Später ging es dann ein Stück neben der Autobahn entlang und es gab 'un Sand-which' an einer Repsol-Tankstelle als Mittagessen...
Montag, 27. September 2010
Puente Genil
Hm. Von dem Ort habe ich wenig gesehen. Es scheint eher ein Durchgangsort zu sein: hier kreuzen mehrere Fernstraßen.
Ich habe hier ein sehr gutes Hotel und scheine so ziemlich der einzige Gast zu sein. Das Hotel hat einen Swimming-Pool und ich hab mal nach dem ganzen Sightseeing vom Wochenende einen Nachmittag am Pool eingelegt.
Ich habe hier ein sehr gutes Hotel und scheine so ziemlich der einzige Gast zu sein. Das Hotel hat einen Swimming-Pool und ich hab mal nach dem ganzen Sightseeing vom Wochenende einen Nachmittag am Pool eingelegt.
Cordoba - Puente Genil, 91 km
Heute morgen gab es eine positive Überraschung: kurz hinter Cordoba tauchte ein Via Verde auf, also einer dieser Wege, die als Wander- oder Fahrradwege auf stillgelegten Bahntrassen laufen - und dieser Weg führte in meine Richtung. Also konnte ich ca. 30 km vollkommen ohne jeglichen Autoverkehr hinter mich bringen.
Es ging wieder über Viadukte und durch Tunnels, und - offenbar eine Spezialität dieser Strecke - durch Bambus, der sehr oft rechts und links der Strecke gepflanzt war
An einer Kreuzung mit einer Straße beargwöhnten mich zwei fast weiße Riesenhunde, die frei auf der Straße herumliefen. Schließlich ließen sie mich dann aber doch weiterziehen. Und ich sie auch.
Danach ging es zurück auf die Straße und vorbei an schier endlosen Olivenhainen.
Die Strecke heute ging ständig auf und ab. Zwar immer nur so hundert oder hunderfünfzighunderfünfzig Höhenmeter, aber das immer und immer wieder. Außerdem musste ich einen Umweg von vielleicht 12 km fahren, weil eine Straße gesperrt war.
So war die Strecke doch ganz schön anstrengend...
Es ging wieder über Viadukte und durch Tunnels, und - offenbar eine Spezialität dieser Strecke - durch Bambus, der sehr oft rechts und links der Strecke gepflanzt war
An einer Kreuzung mit einer Straße beargwöhnten mich zwei fast weiße Riesenhunde, die frei auf der Straße herumliefen. Schließlich ließen sie mich dann aber doch weiterziehen. Und ich sie auch.
Danach ging es zurück auf die Straße und vorbei an schier endlosen Olivenhainen.
Die Strecke heute ging ständig auf und ab. Zwar immer nur so hundert oder hunderfünfzighunderfünfzig Höhenmeter, aber das immer und immer wieder. Außerdem musste ich einen Umweg von vielleicht 12 km fahren, weil eine Straße gesperrt war.
So war die Strecke doch ganz schön anstrengend...
Sonntag, 26. September 2010
Radfahren in Spanien?
Ja, absolut! - Ich finde, Spanien ist sehr gut zum Radfahren geeignet - zumindest, wenn man durch das Landesinnere fährt.
Die Straßen sind in hervorragendem Zustand, es gibt wenig Verkehr, auf größeren Straßen gibt es immer einen Seitenstreifen, und die Autofahrer sind auch meist rücksichtsvoll. Sie haben vor allem noch mehr Zeit, als in Deutschland.
Die Preise für Hotels und Lebensmittel sind günstig, und überall, wo keine Touristen sind, sind die Leute auch freundlich.
Radwege gibt es wenig. Aber die braucht man auch nicht. Toll sind die zu Rad- und Wanderwegen gemachten, stillgelegten Bahntrassen, die Vias Verdes.
Spanien ist ein hügeliges Land und die Siedlungen liegen teilweise sehr weit auseinander - darüber sollte man sich im Klaren sein.
Man sollte gut vorbereitet sein: wenn man z. B. ein Problem mit dem Fahrrad hat, aber 30 km bis zum nächsten Ort braucht, dann läuft man das nicht mal 'eben so'.
Dass das Wetter meistens gut ist - das brauche ich nicht zu erwähnen. Hitze sollte man vertragen können.
Wie das Radfahren an der Küste ist, weiß ich nicht. Ich denke, hier wird es wegen des Platzmangels und des vielen Verkehrs sicher eher zu brenzligen Situationen kommen.
Die Straßen sind in hervorragendem Zustand, es gibt wenig Verkehr, auf größeren Straßen gibt es immer einen Seitenstreifen, und die Autofahrer sind auch meist rücksichtsvoll. Sie haben vor allem noch mehr Zeit, als in Deutschland.
Die Preise für Hotels und Lebensmittel sind günstig, und überall, wo keine Touristen sind, sind die Leute auch freundlich.
Radwege gibt es wenig. Aber die braucht man auch nicht. Toll sind die zu Rad- und Wanderwegen gemachten, stillgelegten Bahntrassen, die Vias Verdes.
Spanien ist ein hügeliges Land und die Siedlungen liegen teilweise sehr weit auseinander - darüber sollte man sich im Klaren sein.
Man sollte gut vorbereitet sein: wenn man z. B. ein Problem mit dem Fahrrad hat, aber 30 km bis zum nächsten Ort braucht, dann läuft man das nicht mal 'eben so'.
Dass das Wetter meistens gut ist - das brauche ich nicht zu erwähnen. Hitze sollte man vertragen können.
Wie das Radfahren an der Küste ist, weiß ich nicht. Ich denke, hier wird es wegen des Platzmangels und des vielen Verkehrs sicher eher zu brenzligen Situationen kommen.
Cordoba 2
Heute habe ich den Tag ruhig angehen lassen.
Am Vormittag habe ich die Burg der katholischen Könige besichtigt, die einen wunderschönen Garten hat.
Ansonsten habe ich Touristen beobachtet und Cafe con leche getrunken.
Gestern hätte ich übrigens was zu feiern gehabt: ich hab mittlerweile über 1.000 km zurückgelegt Noch drei Tagesetappen und ich bin am Ziel.
Am Vormittag habe ich die Burg der katholischen Könige besichtigt, die einen wunderschönen Garten hat.
Ansonsten habe ich Touristen beobachtet und Cafe con leche getrunken.
Gestern hätte ich übrigens was zu feiern gehabt: ich hab mittlerweile über 1.000 km zurückgelegt Noch drei Tagesetappen und ich bin am Ziel.
Samstag, 25. September 2010
Die Mezquita
Wahnsinn - das ist wirklich einmalig auf der Welt!!
Die Mezquita ist ursprünglich eine Moschee, die von den Mauren während ihrer Herrschafft in Andalusien gebaut wurde. Das Gelände ist riesig groß: es misst 175x134 Meter.
Betritt man das Gebäude, so trifft man auf 856 maurische Säulen - das Bild zeigt nur einen sehr kleinen Ausschnitt. Allein dieses Bild ist ein wahnsinniges Erlebnis!
Im Reiseführer steht: 'Die symmetrische Anordnung schafft im Zusammenspiel mit den rot-weiß gestreiften Bögen ein unglaubliches Gefühl von Rhythmus, Schwerelosigkeit und schier endloser Weite' - dem kann ich nur zustimmen!
Und jetzt kommt es noch doller: nach der Rückeroberung haben die Spanier mitten rein in diese Säulenlandschaft eine Kathedrale gestellt - keine kleine Kirche - nein, wirklich eine große Kathedrale.
Man kommt also von außen, sieht die Säulen, sieht noch arabische Schriftzeichen und die nach Mekka ausgerichtete Gebetsmulde - und im Zentrum hat man eine katholische Kathedrale mit allem, was dazu gehört - und das teilweise noch mit den Säulen und Rundbögen verbunden. Also quasi Moschee und Kathedrale in einem Raum - das ist wirklich einmalig auf der Welt! Phantastisch!
Also auch mein Umweg (Cordoba liegt eigentlich gar nicht auf direktem Weg nach Malaga) hat sich gelohnt!
Die Mezquita ist ursprünglich eine Moschee, die von den Mauren während ihrer Herrschafft in Andalusien gebaut wurde. Das Gelände ist riesig groß: es misst 175x134 Meter.
Betritt man das Gebäude, so trifft man auf 856 maurische Säulen - das Bild zeigt nur einen sehr kleinen Ausschnitt. Allein dieses Bild ist ein wahnsinniges Erlebnis!
Im Reiseführer steht: 'Die symmetrische Anordnung schafft im Zusammenspiel mit den rot-weiß gestreiften Bögen ein unglaubliches Gefühl von Rhythmus, Schwerelosigkeit und schier endloser Weite' - dem kann ich nur zustimmen!
Und jetzt kommt es noch doller: nach der Rückeroberung haben die Spanier mitten rein in diese Säulenlandschaft eine Kathedrale gestellt - keine kleine Kirche - nein, wirklich eine große Kathedrale.
Man kommt also von außen, sieht die Säulen, sieht noch arabische Schriftzeichen und die nach Mekka ausgerichtete Gebetsmulde - und im Zentrum hat man eine katholische Kathedrale mit allem, was dazu gehört - und das teilweise noch mit den Säulen und Rundbögen verbunden. Also quasi Moschee und Kathedrale in einem Raum - das ist wirklich einmalig auf der Welt! Phantastisch!
Also auch mein Umweg (Cordoba liegt eigentlich gar nicht auf direktem Weg nach Malaga) hat sich gelohnt!
Cordoba
Dem aufmerksamen Leser (wer in aller Welt liest eigentlich dieses Blog??) wird es nicht entgangen sein: ich bin vorgestern zwei Tagesetappen an einem Tag gefahren und habe deshalb in Cordoba zwei Übernachtungen und einen Tag frei vom Radfahren.
Untergekommen bin ich in einem Hostal mit typisch andalusischem Innenhof.
Jetzt bin ich im Tourismus angekommen. Ich habe die ganze Zeit keine Japaner gesehen - hier sind sie, und zwar die Richtigen mit Sonnenhut, Klappsonnenbrille, zwei Kameras und Schlürfgang.
Jeder zweite hat hier einen Reiseführer in der Hand und es gibt 'very nice' Gift-Shops.
Und es gibt Reiseführer mit Megaphon in der Hand.
Und sie alle sind hierher gekommen, um vor allem eines zu sehen: die Mezquita!
Untergekommen bin ich in einem Hostal mit typisch andalusischem Innenhof.
Jetzt bin ich im Tourismus angekommen. Ich habe die ganze Zeit keine Japaner gesehen - hier sind sie, und zwar die Richtigen mit Sonnenhut, Klappsonnenbrille, zwei Kameras und Schlürfgang.
Jeder zweite hat hier einen Reiseführer in der Hand und es gibt 'very nice' Gift-Shops.
Und es gibt Reiseführer mit Megaphon in der Hand.
Und sie alle sind hierher gekommen, um vor allem eines zu sehen: die Mezquita!
Montoro - Cordoba, 60 km
An diesem Schild hab ich überlegt, ob ich einen Abstecher nach Los Angeles machen soll, hab mich aber dann doch für Cordoba entschieden.
Der Tag begann wunderbar: von meinem Hotelzimmer hoch oben über dem Rio Guadalquivir hatte ich einen hervorragenden Blick auf den Sonnenaufgang und konnte mitverfolgen, wie die Sonne immer mehr der strahlend weißen Häuser von Montoro in Beschlag nahm.
Dann Frühstück im Hotel. Dieses Mal gab es Müsli und klassische Musik - beides übrigens das erste mal seit Beginn der Tour.
Dann bin ich frohgelaunt den Berg heruntergerollt und wollte weiter am Fluss entlang - und dann stand ich vor einem 'Carreterra cerrada'-Schild. Mist.
Ich musste daraufhin alles wieder zurück und wieder den Berg hoch, denn die Umleitung ging zurück durch's Dorf. Das Ende vom Lied waren 9 km Extra-Fahrt, bis ich Montoro endlich verlassen habe.
Dann ging es zunächst durch landwirtschaftliches Gebiet, später ein ganzes Stück neben der Autobahn entlang. Ich bin zurück in der Zivilisation - nix mehr mit 'alle halbe Stunde mal ein Auto'...
Dann hat mich die Polizei angehalten. Sie standen an einer Ausfahrt und ich hatte in diesem Moment meinen Helm nicht auf - in Spanien besteht Helmpflicht...
Ich mag es nicht besonders, mit Helm zu fahren - insbesondere dann, wenn sowieso kein Auto unterwegs ist. Also habe ich es bisher so gehandhabt, dass ich ihn nur auf stärker befahrenen Straßen aufgesetzt habe. Schließlich fahre ich gemütlich und nicht wie ein Rennradfahrer...
Aber die Polizisten waren gnädig, ich habe den Helm sofort aufgesetzt, haben sich noch erkundigt, woher ich komme, und als ich gesagt habe, ich komme aus Bilbao mit dem Rad haben Sie mir Respekt gezollt und mich fahren lassen.
Heute bin ich sicher über 100 Radfahrern begegnet. Kein Wunder: es ist Samstag - da wird das Sportgerät ausgepackt. Unter der Woche allerdings fährt kein Mensch Rad - 'Warum soll ich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren - ich hab doch ein Auto'...
Der Tag begann wunderbar: von meinem Hotelzimmer hoch oben über dem Rio Guadalquivir hatte ich einen hervorragenden Blick auf den Sonnenaufgang und konnte mitverfolgen, wie die Sonne immer mehr der strahlend weißen Häuser von Montoro in Beschlag nahm.
Dann Frühstück im Hotel. Dieses Mal gab es Müsli und klassische Musik - beides übrigens das erste mal seit Beginn der Tour.
Dann bin ich frohgelaunt den Berg heruntergerollt und wollte weiter am Fluss entlang - und dann stand ich vor einem 'Carreterra cerrada'-Schild. Mist.
Ich musste daraufhin alles wieder zurück und wieder den Berg hoch, denn die Umleitung ging zurück durch's Dorf. Das Ende vom Lied waren 9 km Extra-Fahrt, bis ich Montoro endlich verlassen habe.
Dann ging es zunächst durch landwirtschaftliches Gebiet, später ein ganzes Stück neben der Autobahn entlang. Ich bin zurück in der Zivilisation - nix mehr mit 'alle halbe Stunde mal ein Auto'...
Dann hat mich die Polizei angehalten. Sie standen an einer Ausfahrt und ich hatte in diesem Moment meinen Helm nicht auf - in Spanien besteht Helmpflicht...
Ich mag es nicht besonders, mit Helm zu fahren - insbesondere dann, wenn sowieso kein Auto unterwegs ist. Also habe ich es bisher so gehandhabt, dass ich ihn nur auf stärker befahrenen Straßen aufgesetzt habe. Schließlich fahre ich gemütlich und nicht wie ein Rennradfahrer...
Aber die Polizisten waren gnädig, ich habe den Helm sofort aufgesetzt, haben sich noch erkundigt, woher ich komme, und als ich gesagt habe, ich komme aus Bilbao mit dem Rad haben Sie mir Respekt gezollt und mich fahren lassen.
Heute bin ich sicher über 100 Radfahrern begegnet. Kein Wunder: es ist Samstag - da wird das Sportgerät ausgepackt. Unter der Woche allerdings fährt kein Mensch Rad - 'Warum soll ich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren - ich hab doch ein Auto'...
Freitag, 24. September 2010
Montoro
Ich bin nun in Andalusien.
Die Häuser sind nun alle weiß getüncht, haben schmiedeeiserne, schwarze Gitter vor den Fenstern und schmiedeeiserne Balkons.
Die Eingangstür ist meist eine dicke Holztür, die oftmals offen steht. Danach kommt der Eingangsbereich mit typischen, andalusischen Kacheln und dann eine zweite, schmiedeiserne Tür.
Es gibt oft einen Dachgarten und einen Lichthof im innern des Hauses. Herrlich anzusehen!
Montoro ist wie viele andalusische Dörfer an den Hang 'geklatscht'. Die Straßen sind eng und verwinkelt Der innerörtliche Verkehr zwängt sich durch die engen Gassen. Ich hatte Probleme, die von außerhalb weithin sichtbare Kirche zu finden: obwohl sie das höchste Gebäude ist, ist sie aus dem Ort heraus von keiner Straße aus zu sehen.
Montoro hat vielleicht 5.000 Einwohner. Obwohl typisch andalusisch wird es von Touristen kaum besucht.
Es gibt aber ein Hotel ('Mirador') - top modern und mit freundlichem Personal zu einem guten Preis - mit einem fantastischen Ausblick auf den Ort und den Fluß.
Auch das passt als Abschluss zu diesem absolut phantastischen Tag!
Die Häuser sind nun alle weiß getüncht, haben schmiedeeiserne, schwarze Gitter vor den Fenstern und schmiedeeiserne Balkons.
Die Eingangstür ist meist eine dicke Holztür, die oftmals offen steht. Danach kommt der Eingangsbereich mit typischen, andalusischen Kacheln und dann eine zweite, schmiedeiserne Tür.
Es gibt oft einen Dachgarten und einen Lichthof im innern des Hauses. Herrlich anzusehen!
Montoro ist wie viele andalusische Dörfer an den Hang 'geklatscht'. Die Straßen sind eng und verwinkelt Der innerörtliche Verkehr zwängt sich durch die engen Gassen. Ich hatte Probleme, die von außerhalb weithin sichtbare Kirche zu finden: obwohl sie das höchste Gebäude ist, ist sie aus dem Ort heraus von keiner Straße aus zu sehen.
Montoro hat vielleicht 5.000 Einwohner. Obwohl typisch andalusisch wird es von Touristen kaum besucht.
Es gibt aber ein Hotel ('Mirador') - top modern und mit freundlichem Personal zu einem guten Preis - mit einem fantastischen Ausblick auf den Ort und den Fluß.
Auch das passt als Abschluss zu diesem absolut phantastischen Tag!
Puertollano - Montoro, 122 km
Heute war ein phantastischer Tag!
Nachdem es gestern nur geregnet hatte, begann der Tag heute mit einem tollen Sonnenaufgang bei strahlend blauem Himmel.
Nach ein paar Industrieanlagen bei Puertollano wurde es schnell wieder einsam. Mein Weg führte mich durch ein langgestrecktes, sonnendurchflutetes Tal mit viel Landwirtschaft.
Dann ging es zu einem Pass hinauf auf 890 m Höhe.
Danach änderte sich das Landschaftsbild: gab es vor dem Pass noch einiges an grün, so waren in dem neuen Tal Ockertöne vorherrschend: abgeerntete Weizenfelder oder Steppe, auf der vereinzelt mal einzelne Olivenbäume standen Ab und zu mal weidende Schafe oder Kühe oder ein halb verfallenes Gehöft.
Ich auf einer Straße, die zwischen den Bergrücken sicherlich 30 km schnurgerade geradeaus führt, fast vollkommen allein - vielleicht alle Viertelstunde ein Auto. Dazu blauer Himmel, Schäfchenwolken und eine Bergkulisse im Hintergrund - schöner kann es kaum sein!
Nach dem nächsten Pass änderte sich das Bild nun wieder komplett: es gab nun kein großes Tal mehr, sondern einzelne, bewaldete Hügel.
Doch der Höhepunkt kam dann noch am Nachmittag: auf einer kleinen Straße ging es durch einen Naturpark - von 860 m Höhe hinunter ins Tal auf 320 m. Ich war nun in Andalusien. Die Strecke war nun total südländisch geprägt: es gab Olivenbäume, Kakteen und auch einzelne Palmen zu sehen. Viele kleine Hügel.
Und als ob das noch nicht genug wäre: in diesem Naturpark gibt es unheimlich viel Rotwild: ich habe auf einer Strecke von 30 km sicherlich 50 Hirsche und Rehe gesehen, die teilweise direkt vor mir auf der Straße standen! Einfach phantastisch!!
Ich habe heute so viele Bilder gemacht, wie an kaum einem anderen Tag der Tour. Einfach genial! Das ist das Schöne an so einer Tour, dass man nie weiß was kommt und man sich immer wieder aufs Neue überraschen lassen kann.
Nun sitze ich bei einem Solomillo de Tenera und einem Glas Rotwein beim Abendessen. Geschafft - aber glücklich und zufrieden werde ich heute Abend einschlafen.
Nachdem es gestern nur geregnet hatte, begann der Tag heute mit einem tollen Sonnenaufgang bei strahlend blauem Himmel.
Nach ein paar Industrieanlagen bei Puertollano wurde es schnell wieder einsam. Mein Weg führte mich durch ein langgestrecktes, sonnendurchflutetes Tal mit viel Landwirtschaft.
Dann ging es zu einem Pass hinauf auf 890 m Höhe.
Danach änderte sich das Landschaftsbild: gab es vor dem Pass noch einiges an grün, so waren in dem neuen Tal Ockertöne vorherrschend: abgeerntete Weizenfelder oder Steppe, auf der vereinzelt mal einzelne Olivenbäume standen Ab und zu mal weidende Schafe oder Kühe oder ein halb verfallenes Gehöft.
Ich auf einer Straße, die zwischen den Bergrücken sicherlich 30 km schnurgerade geradeaus führt, fast vollkommen allein - vielleicht alle Viertelstunde ein Auto. Dazu blauer Himmel, Schäfchenwolken und eine Bergkulisse im Hintergrund - schöner kann es kaum sein!
Nach dem nächsten Pass änderte sich das Bild nun wieder komplett: es gab nun kein großes Tal mehr, sondern einzelne, bewaldete Hügel.
Doch der Höhepunkt kam dann noch am Nachmittag: auf einer kleinen Straße ging es durch einen Naturpark - von 860 m Höhe hinunter ins Tal auf 320 m. Ich war nun in Andalusien. Die Strecke war nun total südländisch geprägt: es gab Olivenbäume, Kakteen und auch einzelne Palmen zu sehen. Viele kleine Hügel.
Und als ob das noch nicht genug wäre: in diesem Naturpark gibt es unheimlich viel Rotwild: ich habe auf einer Strecke von 30 km sicherlich 50 Hirsche und Rehe gesehen, die teilweise direkt vor mir auf der Straße standen! Einfach phantastisch!!
Ich habe heute so viele Bilder gemacht, wie an kaum einem anderen Tag der Tour. Einfach genial! Das ist das Schöne an so einer Tour, dass man nie weiß was kommt und man sich immer wieder aufs Neue überraschen lassen kann.
Nun sitze ich bei einem Solomillo de Tenera und einem Glas Rotwein beim Abendessen. Geschafft - aber glücklich und zufrieden werde ich heute Abend einschlafen.
Donnerstag, 23. September 2010
... und hier die Charts
Hier die Top 10-Lieder auf dem Fahrrad - gesungen oder gepfiffen:
- Eviva España
- Is this the way to Amarillo?
- La vida es limonada
- Manos al aire
- I still haven't found what I'm looking for
- We're on a road to nowhere
- O sole mio
- I'm so excited
- Wir sind geboren um zu leben
- Viva la vida
;-)
- Eviva España
- Is this the way to Amarillo?
- La vida es limonada
- Manos al aire
- I still haven't found what I'm looking for
- We're on a road to nowhere
- O sole mio
- I'm so excited
- Wir sind geboren um zu leben
- Viva la vida
;-)
Puertollano
Über Puertollano kann ich nicht viel sagen. Es ist auch recht groß - vielleicht 40.000 Einwohner. Nach der Ankunft im Hotel hat es kurzzeitig aufgehört, dann aber wieder angefangen zu regnen.
Ich hab überlegt, ob ich überhaupt rausgehe. Aber ich musste, weil ich Hunger hatte und was zu Essen brauchte.
Das Zentrum der Stadt ist eine große, längliche Grünanlage, teilweise angelegt wie ein Park, teilweise unterbrochen durch seltsame Betonkonstruktionen.
Rechts und links der Anlage zieht sich der Verkehr durch die Stadt und es stehen Wohnblocks, die eher an Osteuropa erinnern. Im Erdgeschoß der Blocks sind dann diverse Geschäfte. Ich glaube, einkaufen kann man ganz gut.
Ich bin nach dem Rundgang in den nächsten Supermarkt und hab mir dort was zu Essen geholt.
Dieses Mal habe ich ein sehr schönes, großes Zimmer: ich habe ein King-Size-Bett und es gibt noch ein Sofa. Das Zimmer ist größer, als die anderen. Wahrscheinlich hatte die Dame am Empfang Mitleid mit mir, als ich ziemlich durchnässt ankam...
Ich hab überlegt, ob ich überhaupt rausgehe. Aber ich musste, weil ich Hunger hatte und was zu Essen brauchte.
Das Zentrum der Stadt ist eine große, längliche Grünanlage, teilweise angelegt wie ein Park, teilweise unterbrochen durch seltsame Betonkonstruktionen.
Rechts und links der Anlage zieht sich der Verkehr durch die Stadt und es stehen Wohnblocks, die eher an Osteuropa erinnern. Im Erdgeschoß der Blocks sind dann diverse Geschäfte. Ich glaube, einkaufen kann man ganz gut.
Ich bin nach dem Rundgang in den nächsten Supermarkt und hab mir dort was zu Essen geholt.
Dieses Mal habe ich ein sehr schönes, großes Zimmer: ich habe ein King-Size-Bett und es gibt noch ein Sofa. Das Zimmer ist größer, als die anderen. Wahrscheinlich hatte die Dame am Empfang Mitleid mit mir, als ich ziemlich durchnässt ankam...
REWE - Offizieller Ausstatter der Radtour Bilbao-Madrid-Malaga
Für so einen Tag wie heute, an dem es regnet, hat es sich bewährt, alles Gepäck in Plastiktüten zu verpacken. Damit bleiben die Sachen trocken, auch wenn die Gepäcktasche mal nicht ganz dicht ist.
Außerdem können damit die Artikel getrennt werden: z. B. Hosen in die eine, T-Shirts in die andere Tüte. Hat man eine Tüte übrig, so hat man vergessen, etwas einzupacken.
Da ich jeden Tag fast alles auspacken muss, sieht es bei mir im Zimmer direkt nach der Ankunft meist aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen - oder eben wie auf einer Verkaufsveranstaltung von REWE.
REWE - Jeden Tag ein bisschen besser.
Außerdem können damit die Artikel getrennt werden: z. B. Hosen in die eine, T-Shirts in die andere Tüte. Hat man eine Tüte übrig, so hat man vergessen, etwas einzupacken.
Da ich jeden Tag fast alles auspacken muss, sieht es bei mir im Zimmer direkt nach der Ankunft meist aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen - oder eben wie auf einer Verkaufsveranstaltung von REWE.
REWE - Jeden Tag ein bisschen besser.
Ciudad Real - Puertollano, 43 km
Nach meinem Zwangsaufenthalt an der Shell-Tankstelle bin ich dann doch irgendwann losgefahren, als es mal ein bisschen weniger geregnet hat. Aufgehört hat es jedoch nicht, und es ist grad egal, was man an hat: irgendwann geht das Wasser durch bis auf die Haut. Irgendwann sind die Schuhe so nass, dass man nasse Füße hat. Irgendwann rinnt der Regen am Hals den Rücken herunter. Irgendwann spürt man den Regen durch bis auf die Unterhose.
Und irgendwann ist einem das auch egal und man fährt einfach weiter. Man schrubbt dann nur noch die Kilometer runter, um bald nachzukommen.
Für die Schönheit der Natur habe ich heute wenig Sinn - irgendwie passen Olivenbäume und Regen auch nicht zusammen.
Seitdem ich im Hotel bin, hat es übrigens aufgehört zu regnen...
Und irgendwann ist einem das auch egal und man fährt einfach weiter. Man schrubbt dann nur noch die Kilometer runter, um bald nachzukommen.
Für die Schönheit der Natur habe ich heute wenig Sinn - irgendwie passen Olivenbäume und Regen auch nicht zusammen.
Seitdem ich im Hotel bin, hat es übrigens aufgehört zu regnen...
Mistwetter
Als ich heute morgen um kurz vor sieben aus dem Fenster geschaut habe, war noch alles okay - als ich aus dem Bad kam, waren die Straßen nass. Seitdem regnet es. Und das Schlimme ist: es sieht nicht danach aus, als würde es aufhören. Der Himmel ist einheitlich grau. Keine Auflockerung zu sehen.
Ich habe vor zweieinhalb Stunden das Hotel verlassen, dann erst mal in einer Bar lange einen Kaffee getrunken und nun sitze ich seit anderthalb Stunden an einer V-Power Shell-Tankstelle und habe gerade Besuch von einem Radler aus Graz bekommen, der einen Platten hat und einen Reifenwechsel macht.
Er will heute noch nach Cordoba (200 km!), dann weiter nach Marokko. Er ist in Genf gestartet, dann über Barcelona hierher. Er fährt am Tag doppelt so viel wie ich. Alle Achtung...
Ich habe vor zweieinhalb Stunden das Hotel verlassen, dann erst mal in einer Bar lange einen Kaffee getrunken und nun sitze ich seit anderthalb Stunden an einer V-Power Shell-Tankstelle und habe gerade Besuch von einem Radler aus Graz bekommen, der einen Platten hat und einen Reifenwechsel macht.
Er will heute noch nach Cordoba (200 km!), dann weiter nach Marokko. Er ist in Genf gestartet, dann über Barcelona hierher. Er fährt am Tag doppelt so viel wie ich. Alle Achtung...
Mittwoch, 22. September 2010
Ciudad Real
Hm.
Warum diese Stadt 'Ciudad Real - Königsstadt' heißt, weiß ich nicht: etwas Königliches gibt es hier nicht
Die Stadt ist relativ groß - ich schätze mal 70.000 Einwohner - und ist Provinzhauptstadt. Es gibt alle Einkaufsmöglichkeiten und die übliche Anzahl großer Kirchen - das war es dann aber auch schon. Also: ganz nett und durchaus auch sympathisch, aber eben nichts Besonderes.
Wie so oft in diesem Urlaub sitze ich wieder auf einer Plaza Mayor in einem Café, trinke einen Café con leche und schreibe diesen Bericht.
Vor mir sitzen drei ältere, top-gestylte Frauen, neben mir vier junge Damen der Handygeneration. Alle erzählen lautstark und rauchen.
Es ist 18.20 Uhr. Die Stadt füllt sich nach der Siesta schlagartig mit Leben und es gibt viel zu sehen auf der Plaza.
Ich beschließe, noch einen zweiten 'con leche' zu nehmen...
Warum diese Stadt 'Ciudad Real - Königsstadt' heißt, weiß ich nicht: etwas Königliches gibt es hier nicht
Die Stadt ist relativ groß - ich schätze mal 70.000 Einwohner - und ist Provinzhauptstadt. Es gibt alle Einkaufsmöglichkeiten und die übliche Anzahl großer Kirchen - das war es dann aber auch schon. Also: ganz nett und durchaus auch sympathisch, aber eben nichts Besonderes.
Wie so oft in diesem Urlaub sitze ich wieder auf einer Plaza Mayor in einem Café, trinke einen Café con leche und schreibe diesen Bericht.
Vor mir sitzen drei ältere, top-gestylte Frauen, neben mir vier junge Damen der Handygeneration. Alle erzählen lautstark und rauchen.
Es ist 18.20 Uhr. Die Stadt füllt sich nach der Siesta schlagartig mit Leben und es gibt viel zu sehen auf der Plaza.
Ich beschließe, noch einen zweiten 'con leche' zu nehmen...
Los Yébenes - Ciudad Real, 80 km
Heute musste ich nahezu die ganzen 80 km auf einer Nationalstraße fahren - das war aber sehr viel angenehmer, als ich zunächst dachte.
Die La Mancha ist sehr dünn besiedelt - auf den 80 km bin ich lediglich durch drei Ortschaften gekommen. Dementsprechend niedrig ist auch das Verkehrsaufkommen, obwohl es sich bei dieser Straße um die Hauptverbindung zwischen Madrid und Cordoba handelt. Im Durchschnitt kam vielleicht alle fünf Minuten mal ein Auto an mir vorbei. Außerdem gab es durchweg den in Spanien üblichen Standstreifen, der mir erlaubte, quasi auf meiner eigenen Spur zu fahren und mir Ruhe vor den LKWs verschaffte
Los ging es heute morgen bei ca. 17 Grad. Leichte Nebelschwaden hingen über den Olivenhainen. Spätestens gegen eins wurde es dann wieder entsprechend heiß - die Anzeige hier in Ciudad Real zeigt jetzt um 18.00 Uhr 33 Grad.
Die Strecke war weitestgehend eben - lediglich zwei kleinere Bergrücken waren zu überwinden. Aber insgesamt war es eine entspannende Fahrt, so dass die 80 km auch vergleichsweise schnell rumgingen.
Die La Mancha ist sehr dünn besiedelt - auf den 80 km bin ich lediglich durch drei Ortschaften gekommen. Dementsprechend niedrig ist auch das Verkehrsaufkommen, obwohl es sich bei dieser Straße um die Hauptverbindung zwischen Madrid und Cordoba handelt. Im Durchschnitt kam vielleicht alle fünf Minuten mal ein Auto an mir vorbei. Außerdem gab es durchweg den in Spanien üblichen Standstreifen, der mir erlaubte, quasi auf meiner eigenen Spur zu fahren und mir Ruhe vor den LKWs verschaffte
Los ging es heute morgen bei ca. 17 Grad. Leichte Nebelschwaden hingen über den Olivenhainen. Spätestens gegen eins wurde es dann wieder entsprechend heiß - die Anzeige hier in Ciudad Real zeigt jetzt um 18.00 Uhr 33 Grad.
Die Strecke war weitestgehend eben - lediglich zwei kleinere Bergrücken waren zu überwinden. Aber insgesamt war es eine entspannende Fahrt, so dass die 80 km auch vergleichsweise schnell rumgingen.
Dienstag, 21. September 2010
Los Yébenes
Hier wollte ich eigentlich gar nicht übernachten. Mein eigentliches Ziel Consuegra war jedoch nur über eine vierspurige Schnellstraße akzeptabel zu erreichen, bei der ich mir nicht sicher war, ob ich diese als Radfahrer überhaupt fahren darf.
Also habe ich umdisponiert und bin hier gelandet. Der Ort dürfte so 3.000 Einwohner haben, hat natürlich eine große Kirche und liegt am Hang mit Ausblick auf die nächste Ebene.
Auf dem Hügel stehen zwei von Don Quichotes Windmühlen.
Das Bild zeigt die Getränkekarte der hiesigen Taverne :-)
Also habe ich umdisponiert und bin hier gelandet. Der Ort dürfte so 3.000 Einwohner haben, hat natürlich eine große Kirche und liegt am Hang mit Ausblick auf die nächste Ebene.
Auf dem Hügel stehen zwei von Don Quichotes Windmühlen.
Das Bild zeigt die Getränkekarte der hiesigen Taverne :-)
Aranjuez - Los Yébenes, 75 km
Hinter Aranjuez hört der Großraum Madrid nun endgültig auf und das Bild wandelt sich total: bin ich gestern noch an Industrieanlagen und Sandgruben vorbeigefahren und war der Verkehr entsprechend, so ist die Gegend heute total landschaftlich orientiert.
Ich bin nun wieder in Castilla - La Mancha: Don Quijote-Land. Weizenfelder und Olivenhaine soweit das Auge reicht.
Ich bin nun fast wieder allein unterwegs - vielleicht alle Viertelstunde ein Auto.
Als ein Sportflugzeug in niedriger Höhe vorbeifliegt, werde ich unweigerlich an Hitchcock's 'Der dritte Mann' erinnert, wo Cary Grant an endlosen Weizenfeldern aus dem Bus aussteigt. Wie es weitergeht, wisst Ihr sicher...
So ähnlich ist es hier auch. Nur die Farben sind anders: die Olivenbäume stehen auf leuchtend dunkelroter Erde, dazwischen die ockerfarbenen Weizenfelder, über mir strahlend blauer Himmel mit Schäfchenwolken. Das ganze auf leicht hügeligem Land mit weiten Ausblicken. Einfach herrlich! Ein schöner Tag!
Ich bin nun wieder in Castilla - La Mancha: Don Quijote-Land. Weizenfelder und Olivenhaine soweit das Auge reicht.
Ich bin nun fast wieder allein unterwegs - vielleicht alle Viertelstunde ein Auto.
Als ein Sportflugzeug in niedriger Höhe vorbeifliegt, werde ich unweigerlich an Hitchcock's 'Der dritte Mann' erinnert, wo Cary Grant an endlosen Weizenfeldern aus dem Bus aussteigt. Wie es weitergeht, wisst Ihr sicher...
So ähnlich ist es hier auch. Nur die Farben sind anders: die Olivenbäume stehen auf leuchtend dunkelroter Erde, dazwischen die ockerfarbenen Weizenfelder, über mir strahlend blauer Himmel mit Schäfchenwolken. Das ganze auf leicht hügeligem Land mit weiten Ausblicken. Einfach herrlich! Ein schöner Tag!
Aranjuez
Hm.
Im Reiseführer steht, es wird als das spanische Versailles bezeichnet. Das stimmt sicherlich zum Teil: unter den Habsburgern und Bourbonen war Aranjuez die Sommerresidenz der Könige. Es gibt mehrere Schlösser, Parkanlagen, Obsthaine und Gemüsefelder. Umringt wird das Ganze vom Rio Tajo.
Soweit das Positive. Der Rest der Stadt ist eher langweilig und wirkt heruntergekommen. Die Straßen sind schachbrettartig angelegt, es gibt keine Plaza Mayor (!). Es scheint auch keine Straßenreinigung zu geben: es liegt überall irgendwelcher Abfall herum. Auch die eigentlichen Weltkulturerbe-Anlagen wirken nicht sonderlich gepflegt.
Eigentlich merkwürdig, denn es ließe sich wirklich mehr aus dieser Stadt machen.
Ich habe nur einen eher kurzen Rundgang gemacht und es gibt heute Abendessen aus dem Supermarkt auf dem Zimmer.
Im Reiseführer steht, es wird als das spanische Versailles bezeichnet. Das stimmt sicherlich zum Teil: unter den Habsburgern und Bourbonen war Aranjuez die Sommerresidenz der Könige. Es gibt mehrere Schlösser, Parkanlagen, Obsthaine und Gemüsefelder. Umringt wird das Ganze vom Rio Tajo.
Soweit das Positive. Der Rest der Stadt ist eher langweilig und wirkt heruntergekommen. Die Straßen sind schachbrettartig angelegt, es gibt keine Plaza Mayor (!). Es scheint auch keine Straßenreinigung zu geben: es liegt überall irgendwelcher Abfall herum. Auch die eigentlichen Weltkulturerbe-Anlagen wirken nicht sonderlich gepflegt.
Eigentlich merkwürdig, denn es ließe sich wirklich mehr aus dieser Stadt machen.
Ich habe nur einen eher kurzen Rundgang gemacht und es gibt heute Abendessen aus dem Supermarkt auf dem Zimmer.
Montag, 20. September 2010
Yoigo
Ich habe nun eine spanische Prepaidkarte von Yoigo und damit wieder jeden Tag die Möglichkeit, ins Internet zu gehen. Damit ist das Blog auch wieder aktuell.
Madrid
Madrid - phantastische Hauptstadt Spaniens!
Ich war schon ein paar Mal da und bin es immer wieder gerne!
Die Stadt ist einfach toll und hat Vieles zu bieten: angefangen beim Nachtleben mit Restaurants und Bars - eine schöner als die andere -, dem Leben, das sich auf der Straße abspielt, dem Königspalast, dem Museum für moderne Kunst, dem Prado, und und und...
In Madrid habe ich Besuch bekommen, was mich sehr gefreut hat: Uli ist für die drei Tage, die ich hier bin, zu mir geflogen.
Am Sonntag war phantastisches Wetter - strahlender Sonnenschein und 27 Grad - und wir haben den Tag dazu genutzt, in den Retiro-Park zu gehen. Das ist ein riesiger Park in der Innenstadt, den die Madrilenen zur Entspannung nutzen. Es gibt einen großen See mit einem Denkmal und Bootsverleih, es gibt Kunstausstellungen, Zauberkünstler, Straßenmusikanten, Musiker, Cafes usw. Einfach Klasse für einen warmen Sommertag!
Das Schöne an Madrid ist, dass es nicht so touristisch überlaufen ist, wie vielleicht andere Hauptstädte. Dadurch halten sich die negativen Auswirkungen des Tourismus wie Abzocke und Beschiss in Grenzen.
In Madrid hatte ich einen Tag frei vom Radfahren - das Fahrrad habe ich stehen lassen. Das war auch gut so, denn die Vuelta de Espana endete am Sonntag und die Rennradfahrer drehten ihre Ehrenrunden durch die Stadt. Ansonsten fährt hier allerdings kein Mensch Rad...
Ich war schon ein paar Mal da und bin es immer wieder gerne!
Die Stadt ist einfach toll und hat Vieles zu bieten: angefangen beim Nachtleben mit Restaurants und Bars - eine schöner als die andere -, dem Leben, das sich auf der Straße abspielt, dem Königspalast, dem Museum für moderne Kunst, dem Prado, und und und...
In Madrid habe ich Besuch bekommen, was mich sehr gefreut hat: Uli ist für die drei Tage, die ich hier bin, zu mir geflogen.
Am Sonntag war phantastisches Wetter - strahlender Sonnenschein und 27 Grad - und wir haben den Tag dazu genutzt, in den Retiro-Park zu gehen. Das ist ein riesiger Park in der Innenstadt, den die Madrilenen zur Entspannung nutzen. Es gibt einen großen See mit einem Denkmal und Bootsverleih, es gibt Kunstausstellungen, Zauberkünstler, Straßenmusikanten, Musiker, Cafes usw. Einfach Klasse für einen warmen Sommertag!
Das Schöne an Madrid ist, dass es nicht so touristisch überlaufen ist, wie vielleicht andere Hauptstädte. Dadurch halten sich die negativen Auswirkungen des Tourismus wie Abzocke und Beschiss in Grenzen.
In Madrid hatte ich einen Tag frei vom Radfahren - das Fahrrad habe ich stehen lassen. Das war auch gut so, denn die Vuelta de Espana endete am Sonntag und die Rennradfahrer drehten ihre Ehrenrunden durch die Stadt. Ansonsten fährt hier allerdings kein Mensch Rad...
Guadalajara - Madrid, 75 km
Großraum Madrid. Am Samstagmorgen ist noch nicht viel Verkehr. Mein Navigationsgerät lenkt mich teilweise auf unbefestigte Feldwege. Manchmal ist das gut, aber ein anderes Mal finde ich mich vor einem Schild 'Privado - Prohibido el paso' wieder. Vielleicht wäre ich weitergefahren - das Navigationsgerät zeigt schließlich unmissverständlich an, dass es hier nach Madrid geht. Aber ein paar hundert Meter weiter ist ein einsames Gehöft, aus dem mindestens drei Hunde lautstark bellen, weil sie mich schon gerhört haben. Und mit Hunden, die keine Erfahrung mit Radfahrern haben und darauf trainiert sind, das Anwesen zu 'beschützen', ist nicht zu spaßen.
Also beschließe ich umzukehren. Ich fahre zunächst auf einer noch nicht in Betrieb genommenen, vierspurigen Straße, die mein Navi noch nicht kennt, dann durch Vorstädte, dann auf zwei-, manchmal auf sechsspurigen Straßen an Dienstleistungsbetrieben und Shoppingcentern und Werbeschildern vorbei.
Und dann schickt mich das Navi auf die Autobahn...
Ich folge den Anweisungen und finde mich vor einer Autobahnauffahrt wieder.
Also umkehren. Das Problem ist, dass ich nicht auf die Gegenfahrbahn komme, weil sie durch Betonplanken von meiner Fahrbahn getrennt ist. Ich muss also vielleicht zwei km auf der eigenen, zweispurigen Fahrbahn zurück bis zum letzten Kreisel schieben - eingezwängt zwischen Leitplanke auf der einen und starkem Verkehr auf der anderen Seite. Sehr unangenehm...
Am Kreisel endlich angekommen bin ich ratlos: Jede Alternative führt entweder auch auf die Autobahn oder dort, wo ich nicht hin will...
Da kommt eine Gruppe von sechs Rennradfahrern vorbei. Ich rufe Sie herbei und nach kurzer Diskussion bieten Sie mir an, mit ihnen mitzufahren, was ich gerne annehme!
Es geht nun doch ein Stück über die Autobahn - zumindest fahren wir an einem entsprechenden Schild vorbei. Darauf angesprochen sagt einer der Rennradfahrer: 'Nein, nein, das sei keine Autobahn...'
Ich lass das mal so stehen. Es geht zügig weiter - sie begleiten mich sicherlich eine Stunde. Währenddessen erzähle ich dem einzigen der Gruppe, der englisch spricht, wo ich herkomme und wo meine Tour langgeht.
Ich ernte Respekt. Aufgrund meines Äußeren - ich fahre ja immer in normaler Straßenkleidung - hätte er, der in voller Rennmontur unterwegs ist, mich wohl nicht so eingeschätzt..
Nach vielen Kreiseln und viel Verkehr komme ich dann irgendwann tatsächlich im Hotel an.
Also beschließe ich umzukehren. Ich fahre zunächst auf einer noch nicht in Betrieb genommenen, vierspurigen Straße, die mein Navi noch nicht kennt, dann durch Vorstädte, dann auf zwei-, manchmal auf sechsspurigen Straßen an Dienstleistungsbetrieben und Shoppingcentern und Werbeschildern vorbei.
Und dann schickt mich das Navi auf die Autobahn...
Ich folge den Anweisungen und finde mich vor einer Autobahnauffahrt wieder.
Also umkehren. Das Problem ist, dass ich nicht auf die Gegenfahrbahn komme, weil sie durch Betonplanken von meiner Fahrbahn getrennt ist. Ich muss also vielleicht zwei km auf der eigenen, zweispurigen Fahrbahn zurück bis zum letzten Kreisel schieben - eingezwängt zwischen Leitplanke auf der einen und starkem Verkehr auf der anderen Seite. Sehr unangenehm...
Am Kreisel endlich angekommen bin ich ratlos: Jede Alternative führt entweder auch auf die Autobahn oder dort, wo ich nicht hin will...
Da kommt eine Gruppe von sechs Rennradfahrern vorbei. Ich rufe Sie herbei und nach kurzer Diskussion bieten Sie mir an, mit ihnen mitzufahren, was ich gerne annehme!
Es geht nun doch ein Stück über die Autobahn - zumindest fahren wir an einem entsprechenden Schild vorbei. Darauf angesprochen sagt einer der Rennradfahrer: 'Nein, nein, das sei keine Autobahn...'
Ich lass das mal so stehen. Es geht zügig weiter - sie begleiten mich sicherlich eine Stunde. Währenddessen erzähle ich dem einzigen der Gruppe, der englisch spricht, wo ich herkomme und wo meine Tour langgeht.
Ich ernte Respekt. Aufgrund meines Äußeren - ich fahre ja immer in normaler Straßenkleidung - hätte er, der in voller Rennmontur unterwegs ist, mich wohl nicht so eingeschätzt..
Nach vielen Kreiseln und viel Verkehr komme ich dann irgendwann tatsächlich im Hotel an.
Freitag, 17. September 2010
Guadalajara
Gestern noch in der Einsamkeit - heute im Großraum Madrid.
Guadalajara ist Provinzhauptstadt. Es gibt ein Fest derzeit. Es gibt mehrere Bühnen und in der Stadt sind massive Absperrungen aufgestellt. An der Plaza de Toros präsentieren die Matadore ihre Pferde - und sich selbst.
Die Absperrungen gehen bis dorthin - hier werden wohl noch Toros durch die Stadt getrieben. Allerdings ohne mich: damit kann ich ja nun überhaupt nichts anfangen...
Morgen geht es nach Madrid!
Guadalajara ist Provinzhauptstadt. Es gibt ein Fest derzeit. Es gibt mehrere Bühnen und in der Stadt sind massive Absperrungen aufgestellt. An der Plaza de Toros präsentieren die Matadore ihre Pferde - und sich selbst.
Die Absperrungen gehen bis dorthin - hier werden wohl noch Toros durch die Stadt getrieben. Allerdings ohne mich: damit kann ich ja nun überhaupt nichts anfangen...
Morgen geht es nach Madrid!
Atienza - Guadalajara, 85 km
Es hat die ganze Nacht geregnet. Als ich um fünf mal wach bin, weil es blitzt und donnert, rechne ich schon damit, heute evtl. gar nicht zu fahren und noch einen Tag in Atienza zu verbringen.
Beim Frühstück sehe ich auf dem Fernseher im Lokal, dass in Caceres im Westen Spaniens Autos weggespült wurden und dass es in Granada auch heftige Regenfälle gegeben hat... Was tun?
Ein Blick nochmal aus dem Fenster: es regnet nicht, die Wolken hängen tief und es liegen Nebelschwaden in den Tälern. Aber es sieht nicht so aus, als würde es jeden Moment anfangen. Also beschließe ich zu fahren.
Heute geht es fast nur bergab. Zu Beginn bin ich wieder vollkommen allein unterwegs. Es geht durch grüne Gebirgstäler und an einem Stausee vorbei
Donnerstag, 16. September 2010
Atienza
Atienza liegt an einem Felsmassiv, auf dessen höchster Stelle eine riesige, weithin sichtbare, verfallene Burganlage steht.
Einquartiert bin ich heute in einem Hotel-Restaurant. Als ich um halb drei ankomme, sitzt das ganze Lokal voll - also muss es gut sein!
Ich also flugs unter die Dusche und kurze Zeit später sitze ich auch unten. Der Flachbildschirm tönt. Ich nehme das Menu del Dia: es gibt gedünstetes Gemüse als Vorspeise, dann Kalbsschnitzel mit Pommes, und dann eine Erdbeercreme. Dazu Rotwein und zum Abschluss einen Cafe solo. Sehr lecker.
Das Zimmer ist sehr groß, hat zwei Betten und sogar eine Kochecke - und kostet nur 25 EUR...
Der Ort ist vom Mittelalter geprägt: kleine Gassen, Steinhäuser. Er hat schätzungsweise 1.500 Einwohner, aber ich habe drei (große!) Kirchen gezählt, in die die Einwohner sicher alle auf einmal reinpassen.
Die Gegend ist zwar abgeschieden, aber gottverlassen ist sie offenbar nicht...
Einquartiert bin ich heute in einem Hotel-Restaurant. Als ich um halb drei ankomme, sitzt das ganze Lokal voll - also muss es gut sein!
Ich also flugs unter die Dusche und kurze Zeit später sitze ich auch unten. Der Flachbildschirm tönt. Ich nehme das Menu del Dia: es gibt gedünstetes Gemüse als Vorspeise, dann Kalbsschnitzel mit Pommes, und dann eine Erdbeercreme. Dazu Rotwein und zum Abschluss einen Cafe solo. Sehr lecker.
Das Zimmer ist sehr groß, hat zwei Betten und sogar eine Kochecke - und kostet nur 25 EUR...
Der Ort ist vom Mittelalter geprägt: kleine Gassen, Steinhäuser. Er hat schätzungsweise 1.500 Einwohner, aber ich habe drei (große!) Kirchen gezählt, in die die Einwohner sicher alle auf einmal reinpassen.
Die Gegend ist zwar abgeschieden, aber gottverlassen ist sie offenbar nicht...
El Burgo de Osma - Atienza, 62 km
Die heutige Tour ist geprägt von völliger Abgeschiedenheit. Ich fahre auf Nebenstraßen, auf denen mir höchstens alle halbe Stunde mal ein Auto begegnet.
Am Vormittag regnet es. Nicht stark, aber doch so, dass ich die Regenjacke immer mal wieder anziehen muss Das ist unangenehm, denn entweder ist es zu kalt, wenn der Fahrtwind auf die nasse Haut trifft, wenn man die Regenjacke nicht an hat - oder zu warm, wenn man die Jacke an hat und dann aber von innen schwitzt.
Heute bin ich auf dem Camino del Cid gefahren. Der Weg wurde gesäumt von mehreren mächtigen Burganlagen, die - meist auf alleinstehenden Felsmassiven gebaut - weithin sichtbar sind.
Mein Weg führte mich wieder auf knapp 1.400 m Höhe, teilweise durch baumlose Mondlandschaften, und dann in einer atemberaubenden Abfahrt nach Atienza. Nun bin ich in Castilla - La Mancha, der Heimat Don Quichotes.
Am Vormittag regnet es. Nicht stark, aber doch so, dass ich die Regenjacke immer mal wieder anziehen muss Das ist unangenehm, denn entweder ist es zu kalt, wenn der Fahrtwind auf die nasse Haut trifft, wenn man die Regenjacke nicht an hat - oder zu warm, wenn man die Jacke an hat und dann aber von innen schwitzt.
Heute bin ich auf dem Camino del Cid gefahren. Der Weg wurde gesäumt von mehreren mächtigen Burganlagen, die - meist auf alleinstehenden Felsmassiven gebaut - weithin sichtbar sind.
Mein Weg führte mich wieder auf knapp 1.400 m Höhe, teilweise durch baumlose Mondlandschaften, und dann in einer atemberaubenden Abfahrt nach Atienza. Nun bin ich in Castilla - La Mancha, der Heimat Don Quichotes.
Mittwoch, 15. September 2010
Über den Tagesablauf
Meine Hotelübernachtungen sind meist ohne Frühstück. Warum auch: nebenan ist ja gleich die nächste Bar, in der man ein typisches spanisches Frühstück zu sich nehmen kann.
Ich sehe meistens zu, dass ich so gegen 8 meine Sachen zusammengepackt habe, dann frühstücken gehe, das Hotel bezahle und frühzeitig loskomme, so dass ich nicht zu sehr in die Mittagshitze komme.
Wenn ich morgens um acht aus dem Hotel gehe, bin ich der erste auf der Straße: bis auf ein paar Straßenfeger ist noch kaum jemand unterwegs.
Die Bars machen meist um acht auf. Oft bin ich der erste Gast. Dann kommt der eine oder andere hinzu und setzt sich wie ich an die Theke. Im Gegensatz zu den Einheimischen rauche ich aber morgens noch keine Zigarette. Und ich werfe auch mein Zuckerpapier und Sonstiges auf den Boden. Dort, wo es am Dreckigsten ist, ist es übrigens am Besten ;-)
Dann geht es auf Tour.
Wenn ich dann am frühen Nachmittag so gegen drei oder vier irgendwo ankomme, dann ist der Ort immer wie ausgestorben: kein Mensch auf der Straße. Siesta wird hier noch großgeschrieben...
Doch dann so gegen sechs füllen sich die Straßen und Plätze, so als gäbe es ein Fest. Meist gibt es eine Plaza Mayor, auf der sich alles versammelt. Kinder spielen, man unterhält sich, schaut dem Treiben zu und lässt es sich gutgehen.
Gegen neun / halb zehn lichtet sich dann das Bild etwas: man geht zum Essen, die Restaurants füllen sich.
Für mich ist dann aber spätestens um 12 Schluss und Zeit fürs Bett.
Ich sehe meistens zu, dass ich so gegen 8 meine Sachen zusammengepackt habe, dann frühstücken gehe, das Hotel bezahle und frühzeitig loskomme, so dass ich nicht zu sehr in die Mittagshitze komme.
Wenn ich morgens um acht aus dem Hotel gehe, bin ich der erste auf der Straße: bis auf ein paar Straßenfeger ist noch kaum jemand unterwegs.
Die Bars machen meist um acht auf. Oft bin ich der erste Gast. Dann kommt der eine oder andere hinzu und setzt sich wie ich an die Theke. Im Gegensatz zu den Einheimischen rauche ich aber morgens noch keine Zigarette. Und ich werfe auch mein Zuckerpapier und Sonstiges auf den Boden. Dort, wo es am Dreckigsten ist, ist es übrigens am Besten ;-)
Dann geht es auf Tour.
Wenn ich dann am frühen Nachmittag so gegen drei oder vier irgendwo ankomme, dann ist der Ort immer wie ausgestorben: kein Mensch auf der Straße. Siesta wird hier noch großgeschrieben...
Doch dann so gegen sechs füllen sich die Straßen und Plätze, so als gäbe es ein Fest. Meist gibt es eine Plaza Mayor, auf der sich alles versammelt. Kinder spielen, man unterhält sich, schaut dem Treiben zu und lässt es sich gutgehen.
Gegen neun / halb zehn lichtet sich dann das Bild etwas: man geht zum Essen, die Restaurants füllen sich.
Für mich ist dann aber spätestens um 12 Schluss und Zeit fürs Bett.
El Burgo de Osma
Als ich den Ort im Vorfeld ausgewählt hatte, dachte ich eigentlich: das ist irgendein Durchgangsort: hier kreuzen sich einfach zwei Nationalstraßen - deshalb gibt es ein Hotel - mehr wird hier nicht sein. Der Ort steht auch nicht in meinem dicken Spanienreiseführer.
Umso überraschter war ich dann, als ich gesehen habe, dass es hier eine riesige Kathedrale gibt, die in keiner Relation zur Größe des Ortes steht (vielleicht 4.000 Einwohner). Auf einem Sockel steht das Denkmal eines Bischofs - es muss also irgendwas Wichtiges sein...
Umso überraschter war ich dann, als ich gesehen habe, dass es hier eine riesige Kathedrale gibt, die in keiner Relation zur Größe des Ortes steht (vielleicht 4.000 Einwohner). Auf einem Sockel steht das Denkmal eines Bischofs - es muss also irgendwas Wichtiges sein...
Soria - El Burgo de Osma, 92 km
Heute morgen war es ausgesprochen kühl - vielleicht 12 Grad. Auch war es leicht bewölkt.
Ich dachte mir, das wird heute garantiert nicht so heiß wie gestern, aber als ich im Hotel ankam, waren es wieder über 35 Grad. Es ist schon Wahnsinn, welche Temperaturunterschiede es hier zwischen Tag und Nacht gibt. Und dass, obwohl wir über 1.000 m hoch sind...
Der erste Teil meiner Tour war relativ unspektakulär und führte mich über eine Nationalstraße 50 km Richtung Osten.
Dann ging es ab Richtung Süden in das Naturschutzgebiet des Rio Lobos. Dieser hat hier in die Landschaft einen Canyon gefressen, und diesen Canyon habe ich auf einer Art Wanderweg auf etwa 10 km durchfahren.
Das war sehr interessant: es gab phantastische Ausblicke von unten auf hohe Felsmassive, es gab romantische Weiher mit Seerosen innerhalb der Schlucht und es zirkulierten große Greifvögel über meinem Kopf, die dort offenbar einen geeigneten Lebensraum gefunden haben...
Der Weg an sich war aber eine Herausforderung: kein Wanderweg, wie wir ihn kennen, sondern durchsetzt mit dicken Steinen, mal Schotter, mal ging es über Treppen direkt am Fels entlang, mal barfuss durch den Fluss. Einmal musste ich mein Gepäck abnehmen und Fahrrad und Gepäck getrennt tragen, weil es anders nicht gegangen wäre. Deshalb habe ich wohl heute auch ganz vergessen, ein Bild mit dem Handy zu machen - deshalb gibt es heute nur ein abfotografiertes vom Foto.
Aber es hat sich absolut gelohnt!
Ich dachte mir, das wird heute garantiert nicht so heiß wie gestern, aber als ich im Hotel ankam, waren es wieder über 35 Grad. Es ist schon Wahnsinn, welche Temperaturunterschiede es hier zwischen Tag und Nacht gibt. Und dass, obwohl wir über 1.000 m hoch sind...
Der erste Teil meiner Tour war relativ unspektakulär und führte mich über eine Nationalstraße 50 km Richtung Osten.
Dann ging es ab Richtung Süden in das Naturschutzgebiet des Rio Lobos. Dieser hat hier in die Landschaft einen Canyon gefressen, und diesen Canyon habe ich auf einer Art Wanderweg auf etwa 10 km durchfahren.
Das war sehr interessant: es gab phantastische Ausblicke von unten auf hohe Felsmassive, es gab romantische Weiher mit Seerosen innerhalb der Schlucht und es zirkulierten große Greifvögel über meinem Kopf, die dort offenbar einen geeigneten Lebensraum gefunden haben...
Der Weg an sich war aber eine Herausforderung: kein Wanderweg, wie wir ihn kennen, sondern durchsetzt mit dicken Steinen, mal Schotter, mal ging es über Treppen direkt am Fels entlang, mal barfuss durch den Fluss. Einmal musste ich mein Gepäck abnehmen und Fahrrad und Gepäck getrennt tragen, weil es anders nicht gegangen wäre. Deshalb habe ich wohl heute auch ganz vergessen, ein Bild mit dem Handy zu machen - deshalb gibt es heute nur ein abfotografiertes vom Foto.
Aber es hat sich absolut gelohnt!
Fonic
Mein Provider Fonic hat mir gestern den Internetzugang vom Mobiltelefon gesperrt.
Eine richtige Begründung gab es nicht - es gab nur eine SMS, dass nun die 60 EUR (!) Maximalbetrag für internationales Datenroaming erreicht seien und dass ich mich mit dem Kundenservice in Verbindung setzten solle, wenn ich weitersurfen wolle.
Offenbar ist 60 EUR eine Maximalgrenze, die die EU festgelegt hat, und sie kappen dann lieber, weil sie nicht wollen, dass das dann zur Flatrate wird und man weitersurfen kann ohne dass sie was berechnen dürfen. Alles Gauner..
Heißt für mich, ich kann das Blog nur noch eher unregelmäßig aktualisieren - z. B. dann, wenn ich ein WLAN finde.
Der Versuch, in Soria eine einheimische Prepaidkarte zu bekommen, ist auch gescheitert: Vodafone hatte keine da, der Verkäufer von Telefonica hatte welche, wusste aber nicht, ob man damit ins Internet kommen kann und hatte außerdem keine Lust, sich mit meinen mangelhaften Spanischkenntnissen außeinander zu setzen. Und der Shop von Orange hatte vorzeitig geschlossen...
Also doch alles ein bisschen schwierig - auch innerhalb der EU.
Eine richtige Begründung gab es nicht - es gab nur eine SMS, dass nun die 60 EUR (!) Maximalbetrag für internationales Datenroaming erreicht seien und dass ich mich mit dem Kundenservice in Verbindung setzten solle, wenn ich weitersurfen wolle.
Offenbar ist 60 EUR eine Maximalgrenze, die die EU festgelegt hat, und sie kappen dann lieber, weil sie nicht wollen, dass das dann zur Flatrate wird und man weitersurfen kann ohne dass sie was berechnen dürfen. Alles Gauner..
Heißt für mich, ich kann das Blog nur noch eher unregelmäßig aktualisieren - z. B. dann, wenn ich ein WLAN finde.
Der Versuch, in Soria eine einheimische Prepaidkarte zu bekommen, ist auch gescheitert: Vodafone hatte keine da, der Verkäufer von Telefonica hatte welche, wusste aber nicht, ob man damit ins Internet kommen kann und hatte außerdem keine Lust, sich mit meinen mangelhaften Spanischkenntnissen außeinander zu setzen. Und der Shop von Orange hatte vorzeitig geschlossen...
Also doch alles ein bisschen schwierig - auch innerhalb der EU.
Soria
Wieder mal ein größeres Städtchen: 40.000 Einwohner, Provinzhauptstadt, sehr hübsch, auf einem Felsplateau gelegen, mit einem großen Park mitten in der Stadt.
Als ich gegen halb drei ankomme, ist die Stadt menschenleer. Mein Hotel liegt direkt an der Plaza Mayor, dem Hauptplatz. Die Hotelbesitzerin - eine schon etwas ältere Dame - schaut mich entgeistert an, als ich mit dem Fahrrad ankomme und mein Gepäck ablade: Kein Mensch fährt hier Fahrrad - erst recht nicht bei dieser Hitze und während der Siesta.
Sie kopiert sich gleich meinen Ausweis und notiert sich meine Kreditkartennummer. Ich scheine ihr nicht ganz geheuer zu sein...
Um 18.00 Uhr füllt sich Soria schlagartig mit Leben: auf der Plaza Mayor ist auf einmal die Hölle los! Das bleibt so bis um 10, wenn man zum Essen geht.
Ich trinke noch meinen Rotwein aus und gehe bald zu Bett, denn der heutige Tag war schon anstrengend.
Als ich gegen halb drei ankomme, ist die Stadt menschenleer. Mein Hotel liegt direkt an der Plaza Mayor, dem Hauptplatz. Die Hotelbesitzerin - eine schon etwas ältere Dame - schaut mich entgeistert an, als ich mit dem Fahrrad ankomme und mein Gepäck ablade: Kein Mensch fährt hier Fahrrad - erst recht nicht bei dieser Hitze und während der Siesta.
Sie kopiert sich gleich meinen Ausweis und notiert sich meine Kreditkartennummer. Ich scheine ihr nicht ganz geheuer zu sein...
Um 18.00 Uhr füllt sich Soria schlagartig mit Leben: auf der Plaza Mayor ist auf einmal die Hölle los! Das bleibt so bis um 10, wenn man zum Essen geht.
Ich trinke noch meinen Rotwein aus und gehe bald zu Bett, denn der heutige Tag war schon anstrengend.
Arnedillo - Soria, 84 km
Jetzt bin ich in Castilla y Leon.
Heute gab es wieder einen Höhepunkt: einen physikalischen - mit dem Namen 'Puerto de Oncala', 1454 m hoch, ein Pass. Es ging sicherlich 45 km nur bergauf - der anstrengendste Tag der Tour.
Los ging es heute morgen bei nur 11 Grad durch grüne Täler und Schluchten auf der 'Ruta de los dinosaurios': Hier hat man Fußabdrücke von Sauriern gefunden.
Einige km vor dem Puerto de Oncala änderte sich das Bild: aus der grünen kühlen Schlucht wurde eine trockene, heiße und hügelige Hochebene, die mich eher an Westernfilme erinnerte...
Heute gab es wieder einen Höhepunkt: einen physikalischen - mit dem Namen 'Puerto de Oncala', 1454 m hoch, ein Pass. Es ging sicherlich 45 km nur bergauf - der anstrengendste Tag der Tour.
Los ging es heute morgen bei nur 11 Grad durch grüne Täler und Schluchten auf der 'Ruta de los dinosaurios': Hier hat man Fußabdrücke von Sauriern gefunden.
Einige km vor dem Puerto de Oncala änderte sich das Bild: aus der grünen kühlen Schlucht wurde eine trockene, heiße und hügelige Hochebene, die mich eher an Westernfilme erinnerte...
Montag, 13. September 2010
Arnedillo
'Is this the way to Arnedillo?'
Der Ort liegt auf 690 m Höhe, von allen Seiten von Bergen umringt. Es gibt eine Quelle und ein großes Kurhotel mit allerlei Anwendungen. Dort hat es mich hinverschlagen.
Ich senke den Altersdurchschnitt gleich um mehrere Jahrzehnte. Das Hotel passt zum Alter der Gäste. Aber es gibt ein Freibad mit tollem Ausblick auf die Berge.
Um halb vier habe ich heute in einem Restaurant im Ort zu Mittag gegessen: 'Menu del dia'. Es gab Crema de Patatas, dann Merluza a la plancha, zum Abschluss eine Art Joghurt mit Honig, dazu einen Rotwein (natürlich Rioja!) und einen Cafe solo. 10 EUR. Sehr lecker.
Der Tag klingt aus mit einem phantastischen Sonnenuntergang. Ein schöner Tag. Mein Fahrrad darf heute bei mir im Zimmer schlafen.
Der Ort liegt auf 690 m Höhe, von allen Seiten von Bergen umringt. Es gibt eine Quelle und ein großes Kurhotel mit allerlei Anwendungen. Dort hat es mich hinverschlagen.
Ich senke den Altersdurchschnitt gleich um mehrere Jahrzehnte. Das Hotel passt zum Alter der Gäste. Aber es gibt ein Freibad mit tollem Ausblick auf die Berge.
Um halb vier habe ich heute in einem Restaurant im Ort zu Mittag gegessen: 'Menu del dia'. Es gab Crema de Patatas, dann Merluza a la plancha, zum Abschluss eine Art Joghurt mit Honig, dazu einen Rotwein (natürlich Rioja!) und einen Cafe solo. 10 EUR. Sehr lecker.
Der Tag klingt aus mit einem phantastischen Sonnenuntergang. Ein schöner Tag. Mein Fahrrad darf heute bei mir im Zimmer schlafen.
Los Arcos - Arnedillo, 65 km
Ein wunderschöner Tag: strahlender Sonnenschein, tiefblauer Himmel und glasklare, trockene Luft - und doch nicht zu heiß Ich schätze mal 28 Grad.
Nun bin ich in La Rioja. Weinreben und Olivienbäume bestimmen das Bild. Die Erde ist ockerfarben bis leuchtend dunkelrot.
Der erste Teil führt mich über weite Hügellandschaften mit einem anschließenden wahnsinnig weiten Ausblick auf den Rio Ebro und die Weinanbaugebiete der Rioja.
Der zweite Teil wird atemberaubend: ich fahre wieder auf einem ausgedienten Bahndamm hoch über einem von einem Fluss ausgewaschenen Tal mit Gesteinsformationen aus leuchtend rotem Sandstein - bei tiefblauem Himmel ein ganz besonderes Erlebnis. Einfach phantastisch!
Nun bin ich in La Rioja. Weinreben und Olivienbäume bestimmen das Bild. Die Erde ist ockerfarben bis leuchtend dunkelrot.
Der erste Teil führt mich über weite Hügellandschaften mit einem anschließenden wahnsinnig weiten Ausblick auf den Rio Ebro und die Weinanbaugebiete der Rioja.
Der zweite Teil wird atemberaubend: ich fahre wieder auf einem ausgedienten Bahndamm hoch über einem von einem Fluss ausgewaschenen Tal mit Gesteinsformationen aus leuchtend rotem Sandstein - bei tiefblauem Himmel ein ganz besonderes Erlebnis. Einfach phantastisch!
Sonntag, 12. September 2010
Los Arcos
Jetzt bin ich unter die Pilger gegangen: hier kreuze ich den Jakobsweg. Schon auf der Suche nach dem Hotel bekomme ich ein 'Buen Camino' zugerufen - damit wünschen sich Pilger eine gute Weiterreise
Los Arcos ist ein kleines Nest - vielleicht 2.000 Einwohner - aber es steht voll im Zeichen des Jakobswegs: überall sieht man Pilger, die an ihrem verklärten Blick zu erkennen sind. Eine interessant-eigenartige Atmosphäre.
Auf die mir vor der Radtour am Häufigsten gestellte Frage 'Fährst Du den Jakobsweg?' kann ich nun mit 'Ja' antworten: 'Ja, ich habe den Jakobsweg gefahren - wenn auch nur ungefähr 200 m...
Los Arcos ist ein kleines Nest - vielleicht 2.000 Einwohner - aber es steht voll im Zeichen des Jakobswegs: überall sieht man Pilger, die an ihrem verklärten Blick zu erkennen sind. Eine interessant-eigenartige Atmosphäre.
Auf die mir vor der Radtour am Häufigsten gestellte Frage 'Fährst Du den Jakobsweg?' kann ich nun mit 'Ja' antworten: 'Ja, ich habe den Jakobsweg gefahren - wenn auch nur ungefähr 200 m...
Vitoria-Gasteiz - Los Arcos, 65 km
Nachdem es gestern Nachmittag über 30 Grad waren und es kaum zum Aushalten war, ist es heute eher bedeckt.
Am Morgen geht es wieder kräftig bergauf: ich habe einen Bergrücken zu überwinden - auf 887 m Höhe ist der Scheitelpunkt. Doch dann geht es nur noch bergab.
Das Baskenland liegt hinter mir und ich bin jetzt in Navarra. Das Landschaftsbild ändert sich: es scheint wieder die Sonne, es ist weniger grün und der Boden ist feuerrot.
Einen großen Teil der heutigen Tour fahre ich auf einem der 'Vias Verdes' - einem früheren Bahndamm. Es geht abseits der Straße über ehemalige Bahntrassen, Viadukte und - Tunnels. Der längste ist 1.450 m lang - auf Knopfdruck wird das Licht eingeschaltet. Eine witzige Erfahrung und eine schöne Tour!
Am Morgen geht es wieder kräftig bergauf: ich habe einen Bergrücken zu überwinden - auf 887 m Höhe ist der Scheitelpunkt. Doch dann geht es nur noch bergab.
Das Baskenland liegt hinter mir und ich bin jetzt in Navarra. Das Landschaftsbild ändert sich: es scheint wieder die Sonne, es ist weniger grün und der Boden ist feuerrot.
Einen großen Teil der heutigen Tour fahre ich auf einem der 'Vias Verdes' - einem früheren Bahndamm. Es geht abseits der Straße über ehemalige Bahntrassen, Viadukte und - Tunnels. Der längste ist 1.450 m lang - auf Knopfdruck wird das Licht eingeschaltet. Eine witzige Erfahrung und eine schöne Tour!
Samstag, 11. September 2010
Vitoria-Gasteiz
Auf den ersten Blick wirkt die Hauptstadt des Baskenlands unansehnlich: endlos ziehen sich immer gleiche Wohnblocks an den Ausfallstraßen entlang.
Doch die Altstadt ist sehr nett und hat Flair. Es ist die Hölle los. Nein - es gibt nicht Besonderes, sondern einfach das auf die Straße ausgelagerte Wohnzimmer am Samstagabend...
Doch die Altstadt ist sehr nett und hat Flair. Es ist die Hölle los. Nein - es gibt nicht Besonderes, sondern einfach das auf die Straße ausgelagerte Wohnzimmer am Samstagabend...
Bilbao - Vitoria-Gasteiz, 81 km
Der erste Tag auf dem Fahrrad.
Nachdem ich ein paar Wohnblocks und Industrieanlagen von Bilbao hinter mir gelassen hatte, wurde die Landschaft sehr bald immer grüner. Über kleine, wenig befahrene Straßen ging es eigentlich den ganzen Tag bergauf - von 80 m über dem Meer auf 640 m bei Otxandio. Es hat sicher 25 km gedauert, bis ich überhaupt mal wieder auf das mittlere Ritzel umschalten konnte.
Es ging mitten durchs Baskenland. Eine sehr idyllische Gegend, unseren Mittelgebirgen vergleichbar. Aber mit Häusern, die eher an die Provence erinnern und den typischen, spanischen Bars, bei der die alten Herren mit der obligatorischen Batschkapp vor dem Lokal sitzen und diskutieren.
Von der baskischen Sprache verstehe ich kein Wort: 'egin on' anstatt 'buenas dias' und 'zerbitzuak izan ezik' anstatt 'excepto servicios'... Rätselhaft.
Nachdem ich ein paar Wohnblocks und Industrieanlagen von Bilbao hinter mir gelassen hatte, wurde die Landschaft sehr bald immer grüner. Über kleine, wenig befahrene Straßen ging es eigentlich den ganzen Tag bergauf - von 80 m über dem Meer auf 640 m bei Otxandio. Es hat sicher 25 km gedauert, bis ich überhaupt mal wieder auf das mittlere Ritzel umschalten konnte.
Es ging mitten durchs Baskenland. Eine sehr idyllische Gegend, unseren Mittelgebirgen vergleichbar. Aber mit Häusern, die eher an die Provence erinnern und den typischen, spanischen Bars, bei der die alten Herren mit der obligatorischen Batschkapp vor dem Lokal sitzen und diskutieren.
Von der baskischen Sprache verstehe ich kein Wort: 'egin on' anstatt 'buenas dias' und 'zerbitzuak izan ezik' anstatt 'excepto servicios'... Rätselhaft.
Freitag, 10. September 2010
Guggenheim
Der Besuch im Guggenheim liegt hinter mir: phantastisch! Ein sehr interessantes Gebäude und eine tolle Ausstellung, u. a. Mit Kunstwerken von Anish Kapoor. Hat sich gelohnt.
Bilbao
Der erste Eindruck: Nachdem mich ein Tankstellenbesitzer beim Wechselgeld beschissen hat, ich durch Kollonnen unansehnlicher Wohnblocks geradelt bin und eine Frau gerade ihren Müll aus dem ersten Stock auf die Straße gekippt hat, macht die Innenstadt doch einen guten Eindruck. Nicht besonders attraktiv, aber auch nicht hässlich. Nach dem Frühstück geht's dann ins Guggenheim.
Bilbao
Der erste Eindruck: Nachdem mich ein Tankstellenbesitzer beim Wechselgeld beschissen hat, ich durch Kollonnen unansehnlicher Wohnblocks geradelt bin und eine Frau gerade ihren Müll aus dem ersten Stock auf die Straße gekippt hat, macht die Innenstadt doch einen guten Eindruck. Nicht besonders attraktiv, aber auch nicht hässlich. Nach dem Frühstück geht's dann ins Guggenheim.
Donnerstag, 9. September 2010
Abonnieren
Posts (Atom)

















































